Zweisprachig studieren: deutsch-französisches Sprachenstudium an der Universität Siegen

15.05.2003 - (idw) Universität Siegen

"Angewandte Fremdsprachen" heißt ein neuer Studiengang, der zum kommenden Wintersemester am Fachbereich Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften der Universität Siegen seine Tore öffnet. Derselbe Studiengang beginnt gleichzeitig an der Université de Savoie in Chambéry, in den französischen Alpen. Aufgebaut wurde der Studiengang an einem auf angewandte Sprachforschung und -lehre spezialisierten Institut der Siegener Universität, dem "Siegener Institut für Sprachen im Beruf/SISIB".

Es handelt sich um einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang. Im zweiten Studienjahr zieht die deutsche Gruppe um, nach Chambéry, um dort gemeinsam mit der französischen Partnergruppe das Studium fortzusetzen. Das abschließende dritte Studienjahr findet für beide Gruppen gemeinsam in Siegen statt. Auch erste berufliche Auslandserfahrungen gehören zum Studienprofil. Der Abschluss wird mit einem sogen. Doppeldiplom honoriert, nämlich sowohl mit dem "Bachelor Angewandte Fremdsprachen", als auch mit der "Licence Langues Etrangères Appliquées". Die Mobilitätskosten trägt die Deutsch-Französische Hochschule.
Der Studiengang ruht auf drei Säulen: Da sind zunächst einmal zwei Fremdsprachen, nämlich (für die deutsche Gruppe) Französisch und Englisch, die am Ende des Studiums verhandlungssicher beherrscht werden sollen. Da ist zweitens die wissenschaftliche Reflexion über Kommunikationsformen und Textstrategien bei der beruflichen Verwendung dieser Sprachen. Zum Studium gehört drittens und ganz wesentlich ein Anwendungsbereich, nämlich grundlegende Kenntnisse betriebswirtschaftlicher und arbeitsrechtlicher Art. Ausbildungsziel sind Fachleute des internationalen Handels, die aufgrund ihrer Sachkenntnisse führende Positionen übernehmen können, und die aufgrund ihrer Sprachkenntnisse in der Lage sind, die Belange ihrer Firma in drei Sprachen professionell zu vertreten.
Handel und Industrie haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder den enormen Bedarf an derartigen "Mischqualifikationen" artikuliert, die europäische Union reklamiert seit langem entsprechende Bildungsreformen. Die Wirtschaft operiert zunehmend global, es fehlen in Deutschland die Spezialisten, die beides können, nämlich sowohl Wirtschaft als auch zwei Fremdsprachen. Der Markt ist ungesättigt. Wer jedoch im Anschluss an den Bachelor nicht einen Beruf, sondern eine wissenschaftliche Weiterqualifikation anstrebt, dem stehen an beiden Partneruniversitäten bzw. in beiden Partnerländern viele Master-Studiengänge zu Sprachen, Sprachwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaften offen.
Einschreiben können sich Abiturientinnen und Abiturienten mit guten Kenntnissen in beiden Fremdsprachen.
Broschüren sind erhältlich bei der Zentralen Studienberatung der Universität Siegen (info@studienberatung.uni-siegen) oder im Siegener Institut für Sprachen im Beruf (SISIB) (sekretariat@sisib.uni-siegen.de).