Spende trotz Krise

18.03.2009 - (idw) Fachhochschule Trier

Mittelständisches Unternehmen spendet der Fachhochschule Trier Laborausstattung im Wert von rund 50.000 Euro. "Es gibt auch noch gute Unternehmen in Deutschland", ist die spontane Reaktion eines Studenten als Professor Jörn Schneider, zuständig für die Technische Informatik im Fachbereich Informatik der FH, die frohe Nachricht verkündet.

Der Kontakt zur Lauterbach GmbH mit Sitz in Höhenkirchen-Siegertsbrunn entstand, als der Informatikprofessor ein Angebot über Entwicklungswerkzeuge für ein geplantes Forschungsprojekt anfragte: "Ich habe damals erwähnt, dass ich auch ein Labor für Eingebettete Echtzeitsysteme plane. Für das Labor wäre auch eine Spende denkbar, hieß es. Aber mit dieser Größenordnung hätte ich bei einem Mittelständler nicht gerechnet."

Die vor dreißig Jahren gegründete Firma Lauterbach stellt Werkzeuge zur Entwicklung Eingebetteter Systeme her, mit denen man die Programme Schritt für Schritt ablaufen lassen und überprüfen kann. Insgesamt beschäftigt Lauterbach 110 Mitarbeiter weltweit.

Die Mittel für das noch im Aufbau befindliche Labor von Professor Schneider stammen vom Fachbereich Informatik der FH, von der Nikolaus-Koch Stiftung und aus der Sachspende der Firma Lauterbach. Es wird von Studierenden der Informatik und der Elektrotechnik gleichermaßen verwendet. Neben Laborübungen ist die Durchführung studentischer Arbeiten im Rahmen von Forschungsprojekten geplant. Hierfür bietet die von Lauterbach bereit gestellte Hard- und Software Unterstützung auf dem neuesten Stand der Technik. Die Studierenden lernen hier, wie Software für Harte Echtzeitsysteme, z.B. im Automobil, entwickelt werden muss. "Das ist etwas ganz anderes, als Software für den PC zu entwickeln. Bei einem Unfall muss sich ein Airbag innerhalb von 40 Millisekunden entfalten, egal ob das Betriebssystem gerade mit etwas anderem beschäftigt ist oder nicht", erklärt Professor Schneider in seinen Vorlesungen.
Bei den Forschungsprojekten des Informatikers stehen die Probleme bei der Einführung von Mehrkernprozessoren in Echtzeitsystemen im Vordergrund. "Man sollte meinen, dass mit mehr Prozessorkernen auch die Systeme schneller werden - was meistens kein Schaden ist. Leider gibt es hier die gleichen Effekte wie an der Supermarktschlange. Wenn Sie sich an der kürzesten Schlange anstellen, kann es durchaus sein, dass Sie am längsten warten. Auf dem PC ist das kein Problem, aber bei einem Echtzeitsystem muss man vorhersagen können, ob zum Beispiel der Airbag schnell genug aufgeblasen ist und man muss das Vorhergesagte garantieren können", erläutert Schneider die Hintergründe.

Professor Dr.-Ing. Jörn Schneider ist seit Juli des vergangenen Jahres im Fachbereich Informatik der FH Trier zuständig für Technische Informatik. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Eingebetteten Echtzeitsystemen. Zuvor war er über fünf Jahre auf diesem Gebiet in der zentralen Forschung der Robert Bosch GmbH tätig.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Jörn Schneider
Tel. +49 (0) 651/8103 - 590
E-Mail: j.schneider@fh-trier.de
Weitere Informationen: http://www.fh-trier.de/go/presseinformationen