ZIS oder: Sich "nebenbei" interkulturelle Kompetenzen erwerben

10.04.2009 - (idw) Universität Augsburg

An der Universität Augsburg können sich deutsche und ausländische Studierende künftig studienbegleitend ein "Zertifikat für interkulturelle Schlüsselqualifikationen" erarbeiten. Augsburg/KPP - Ab dem kommenden Sommersemester können ausländische und deutsche Studentinnen und Studenten aller Fachrichtungen an der Universität Augsburg erstmals ein "Zertifikat für Interkulturelle Schlüsselqualifikationen" (ZIS) anstreben. Angeboten wird das entsprechende Zusatzqualifikationsprogramm vom Akademischen Auslandsamt in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Augsburg, mit dem AStA und mit mehreren Hochschulgruppen. "Mit ZIS laden wir unsere Studentinnen und Studenten ein, sich interkulturelle Kompetenzen, die über ihre wachsende Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt hinaus ja auch ein ganz persönlicher Gewinn sind, fundiert und konkret anzueignen und diese 'handfest' erworbenen Qualifikationen dann auch entsprechend nachweisen zu können", erläutert Julia Schneider, die zusammen mit ihrer Kollegin Birgit Kirchner ZIS konzipiert hat und verantwortlich betreut.

Der Kurs, für dessen Absolvierung das gesamte Studium bzw. der gesamte Studienaufenthalt an der Universität Augsburg zur Verfügung steht, umfasst vier Module, in denen die für das Zertifikat erforderlichen Leistungspunkte zu gleichen Teilen erworben werden, nämlich: "Sprache und Kommunikation", "Auslandserfahrung", "Engagement an der Universität" und "Weiterbildung mit internationalem Bezug". Neben einem festen Bestand an Pflichtanforderungen, die für ausländische und deutsche Studierende unterschiedlich sind, haben die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer ein breites Spektrum von Veranstaltungen und Betätigungsfeldern, die ihnen die Möglichkeit bieten, die erforderlichen Leistungspunkte zu sammeln.

Im Pflichtprogramm müssen deutsche ZIS-Aspiranten sich als Tutoren für ausländische Kommilitonen engagieren. Sie müssen weiterhin schriftlich über ihre eigenen Auslandsaufenthalte berichten und in einer Präsentation die Erfahrungen reflektieren, die sie bei Informationsveranstaltungen des Akademischen Auslandsamtes über Austauschprogramme und Studiensysteme anderer Länder gemacht haben.

Als Tutor oder Tutorin für - ebenfalls ausländische - Kommilitonen tätig zu sein, zählt auch zur Pflicht der ausländischen ZIS-Teilnehmer. Für sie weiterhin verpflichtend ist die Teilnahme an einem vom Akademischen Auslandsamt angebotenen "Studierstrategiekurs", in dem trainiert wird, wie man z. B. studienrelevante Textsorten oder Kommunikationssituationen erfolgreich bewältigt. Und die dritte Komponente im Pflichtprogramm für die ausländischen Studierenden ist ein schriftlicher Erfahrungsbericht über das eigene Studium an der Universität Augsburg.

"Wir wissen, dass es schon für deutsche, und erst recht für ausländische Studentinnen und Studenten kein Zuckerschlecken ist, sich neben der Pflicht eines dicht gedrängten und getakteten Bachelor-Studiums auch noch die Kür einer interkulturellen Zusatzqualifikation aufzuladen und diese erfolgreich abzuschließen", meint Julia Schneider. Aber die Vorteile für diejenigen, die sich dazu entschlössen, lägen auf der Hand: "Die ZIS-Teilnehmer bekommen automatisch viel engeren Kontakt zu ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen - ob die nun aus Deutschland oder aus dem Ausland kommen. Sie verbessern sozusagen 'unweigerlich' ihre Deutsch- bzw. ihre Fremdsprachenkenntnisse. Sie lernen in ganz konkreten Alltagssituationen, mit Leuten anderer Herkunft und aus anderen kulturellen Kontexten 'normal' und dementsprechend zielführend zu kommunizieren und umzugehen. Und dies wird ihnen mit unserem ZIS dann auch durch ein universitäres Zertifikat bestätigt, das eine Bereicherung für jede Bewerbungsmappe ist."
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Ansprechpartnerin:

Julia Schneider
Akademisches Auslandsamt der Universität Augsburg
Telefon 0821/598-5891
julia.schneider@aaa.uni-augsburg.de
http://www.aaa.uni-augsburg.de/zertifikat