Transfer-Initiative: "Erfolg mit neuen Dienstleistungen"
27.04.2009 - (idw) Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
Mit der im April 2009 in Baden-Württemberg beginnenden Transfer-Initiative zur Dienstleistungsforschung stellt das Fraunhofer IAO einmal mehr seine Kompetenz zur systematischen Dienstleistungsentwicklung für kleine und mittleren Unternehmen (KMU) unter Beweis.
Der Dienstleistungssektor galt lange als das, was nach Abzug von Landwirtschaft und verarbeitendem Gewerbe von der Wirtschaft übrigbleibt. Inzwischen ist die Dienstleistungswirtschaft der größte Wertschöpfungsbereich in Deutschland überhaupt - 70 Prozent der Wertschöpfung gehen auf diesen Sektor zurück.
Die Dienstleistungsforschung der letzten Jahre hat eine Vielzahl an innovativen Ansätzen hervorgebracht. Allerdings bleibt dieses Potenzial, besonders vom Mittelstand, meist noch ungenutzt. Genau hier setzt die von der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderte zweijährige Transfer-Initiative "Erfolg mit neuen Dienstleistungen" an. Mit ihr werden vorliegende Forschungsergebnisse praxisverständlich aufbereitet und gemeinsam mit kleineren und mittleren Unternehmen aus Baden-Württemberg praktisch erprobt.
Zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und der systematischen Gestaltung neuer Dienstleistungen wird interessierten Unternehmern beispielsweise ein sogenannter Dienstleistungs-Baukasten zur Verfügung gestellt. Nach individuellen Gegebenheiten können KMU in der Praxis erfolgreich erprobte Methoden und Instrumente zur Dienstleistungsentwicklung nach einem "Baukastenprinzip" auswählen und miteinander kombinieren.
Bereits Mitte der 90er Jahre haben Experten des Fraunhofer IAO die Fachdisziplin "Service Engineering" begründet und zu internationaler Bekanntheit geführt. In zahlreichen Forschungsprojekten wurden seitdem verschiedene Fragestellungen bearbeitet, wie etwa die Gestaltung von Entwicklungsprozessen, die Einbindung von Kunden und Mitarbeitern bei der Schaffung neuer Dienstleistungen sowie die Entwicklung gänzlich neuer Methoden. Zu den jüngeren Arbeiten zählen unter anderem der Einsatz von Virtueller Realität bei der Gestaltung von Dienstleistungen und die Zusammenarbeit mit Schauspielern ("Service Theater"), um Mitarbeiter auf den Umgang mit Kunden vorzubereiten.
Weitere Projektpartner sind neben dem itb - dem Institut für Technik der Betriebsführung in Karlsruhe - auch der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag sowie die Handwerkskammern in Freiburg, Konstanz und der Region Stuttgart und die Kreishandwerkerschaft Waldshut-Tiengen.
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