"Großer Bedarf an qualitativer Forschung" - Studentische Konferenz an der Hochschule Fresenius
12.05.2009 - (idw) Hochschule Fresenius
Die erste studentische Konferenz zu qualitativer Forschung in den Gesundheitswissenschaften fand Ende April an der Hochschule Fresenius (HSF) in Idstein statt. Bei strahlendem Sonnenschein luden die Studierende des Masterkurses Therapiewissenschaft in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Andreas Lauterbach Fresenius zur Konferenz "Forschen um zu verstehen" ein.
Qualitative Forschung gilt neben der quantitativen Forschung insbesondere in den Sozialwissenschaften bereits als gleichwertige wissenschaftliche Disziplin, zeigt sich in Lehre und Forschung aber häufig noch unterrepräsentiert. Die Thematik stieß auf großes Interesse und breite Resonanz. Insgesamt 66 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland - Studenten und Mitarbeiter anderer Hochschulen, Praktiker, Mitarbeiter und Studierende der Hochschule Fresenius - folgten der Einladung. Auch Entscheidungsträger anderer Hochschulen und Kliniken waren anwesend, um sich von der Konferenz für eigene Projekte inspirieren zu lassen. Unterstützt wurde die Tagung von der Hochschule Fresenius sowie von den Firmen verbi, audiotranskription, der Zeitschrift Pflegewissenschaft sowie dem Schulz-Kirchner-Verlag.
Im seinem Grußwort zur Einleitung der Veranstaltung wies der Präsident der Hochschule Fresenius, Karl Starzacher, auf die Relevanz von Forschung an der HSF hin und begrüßte daher die Initiative des Studiengangs Master Therapiewissenschaft. Nach dem Eröffnungsvortrag von Professor Lauterbach über qualitative Literaturreviews folgte der Gastredner Thomas Ebert von der Arbeitsgruppe Methoden und Evaluation der Universität Marburg, der mit seiner externen Expertise der Evaluation universitärer Lehre die Konferenz unterstützte und für spannende Anregungen sorgte. In fachlichen Vorträgen der Studierenden wurden unter Anderem anhand praktischer Beispiele Themen wie die Erhebung und Auswertung qualitativer Daten und Maßnahmen der Qualitätssicherung qualitativer Forschung vorgestellt. In angeregten Gesprächen diskutierten die Konferenzteilnehmer mit den Referenten beispielsweise über die Unterschiede qualitativer und quantitativer Forschung und Anwendungsmöglichkeiten der Forschungsdisziplin für eigene Projekte. Zum Abschluss der Konferenz konnten Dank der Firmen verbi und audiotranskription zwei wertvolle Preise unter den Teilnehmern verlost werden.
Insgesamt bekundeten die Teilnehmer große Zufriedenheit mit der inhaltlichen Gestaltung, der Organisation und dem Rahmen der Veranstaltung. Der Erfolg der Veranstaltung zeigt den Bedarf und das Interesse an qualitativer Forschung in den Gesundheitswissenschaften. Qualitative Forschung steht im Bereich der Forschungsmethodologie an vielen Instituten noch im Schatten der quantitativen Forschung. Die Veranstalter hoffen, mit dem Kongress qualitativen Methoden allgemein zu mehr Aufmerksamkeit verholfen zu haben, und dass qualitative Forschung an der HSF sowie an anderen Hochschulen zukünftig eine gleichberechtigte Stellung neben der quantitativen Forschung einnimmt.
Weitere Informationen:
http://www.hs-fresenius.de