"Ein Name, den die Universität mit Stolz trägt": Jacobs University ehrte ihren Mäzen Klaus J. Jacobs mit festl

13.05.2009 - (idw) Jacobs University Bremen

Am 12. Mai 2009 ehrte die Jacobs University ihren Mäzen Klaus J. Jacobs mit einer Gedenkfeier, an der rund 200 Gäste aus dem In- und Ausland teilnahmen. Ehrengäste waren neben den engsten Angehörigen der Jacobs-Familie auch Volker ter Meulen, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der ehemalige Schweizer Bundespräsident Flavio Cotti sowie Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen. Klaus J. Jacobs hatte die Bremer Privathochschule mit seinem Engagement von Anfang an begleitet und ihre Entwicklung durch die in Europa bis dahin beispiellose 200-Mio.-Euro Investition der Jacobs Foundation nachhaltig unterstützt. Im Alter von 71 Jahren war er am 11. September 2008 verstorben. (Alle Reden sowie aktuelle Fotos der Gedenkfeier sind ab dem 13. Mai 2009, 11.30 Uhr unter http://media.jacobs-university.de verfügbar.)

"Nur wenige der herausragenden Persönlichkeiten, die sich um die Förderung und Verbreitung von Wissenschaft und ihren Erkenntnissen bemühen, sind in so außerordentlicher Weise befähigt, gemeinsam mit der Wissenschaft das 'Gesicht unserer Zeit' zu prägen, wie dies Klaus J. Jacobs tat", sagte Professor Volker ter Meulen, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, in Würdigung des Mäzens und Namensgebers der Jacobs University. Ter Meulen verwies auf die zahlreichen gesellschaftlich relevanten Forschungsvorhaben, die die Jacobs Foundation auf Initiative von Klaus J. Jacobs unterstützt hat, unter anderem zwei umfangreiche Akademiengruppen zum demografischen Wandel unter der Federführung der Leopoldina und das Jacobs Center on Lifelong Learning der Jacobs University als "weltweit einzigartiges Forschungszentrum zur Erforschung des produktiven Alterns". "Klaus J. Jacobs hatte die Vorstellungskraft, solch großangelegte Unternehmungen, ja eine ganze Universität zu fördern. Nicht nur Einsatzfreudigkeit und Weitblick machten sein Engagement für die Wissenschaft so bemerkenswert, sondern auch das Format", hob der Präsident der deutschen Nationalakademie der Wissenschaften hervor.

Flavio Cotti, ehemaliger Schweizer Bundespräsident, charakterisierte Klaus J. Jacobs als "einen Menschen einzigartiger Prägung mit den intellektuellen, moralischen und charakterlichen Qualitäten eines bewussten Weltbürgers, für den die gesamte Welt das eigentliche, tägliche Zuhause war". Für den Wirtschaftskosmopoliten sei die Gründung der weltweit agierenden Jacobs Foundation vor rund 20 Jahren das moralisch notwendige, zeitlich gereifte Pendant zu den von ihm geschaffenen erfolgreichen wirtschaftlichen Strukturen gewesen, so Cotti weiter. "Klaus J. Jacobs war sich seiner Macht und seines großen gesellschaftlichen Einflusses immer ganz klar bewusst. Die Macht hatte für ihn jedoch nur einen Sinn, wenn er sie auch im Dienste anderer Menschen ausüben konnte. In diesem Sinne war er für uns alle ganz einfach beispielhaft. Sehr wenigen Persönlichkeiten in der Welt gelang es, so erfolgreich Macht, Verantwortung und Liebe nahezubringen, wie Klaus J. Jacobs", so der Schweizer Politiker.

Auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen würdigte den Träger der goldenen Ehrenmedaille der Hansestadt als mutige und beeindruckende Persönlichkeit mit beispielloser Lebensleistung. Trotz seines kosmopolitischen Lebens habe der gebürtige Bremer Klaus J. Jacobs sich stets seine Verbundenheit mit seiner Heimatstadt bewahrt, wie nicht zuletzt die einzigartige Investition in die Jacobs University eindrucksvoll zum Ausdruck bringe. "Der Senat der Freien Hansestadt Bremen war und ist sich der Bedeutung des Engagements der Jacobs Foundation bewusst", so Böhrnsen. "Als wissenschafts- und forschungspolitischer Leuchtturm trägt die Jacobs University ganz entscheidend mit dazu bei, dass bremische Forschung und Wissenschaft einen weithin beachteten Aufschwung genommen hat - national und international. Daher ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Bremer Senat als verlässlicher Partner auch in Zukunft seinen Teil dazu beitragen wird, die Jacobs University bei der Realisierung ihrer Zukunftsplanungen zu unterstützen", so der Bürgermeister.

Joachim Treusch, Präsident der Jacobs University, bezeichnete Klaus J. Jacobs als eine der ganz großen, eindrucksvollen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Er erinnerte an markante Begegnungen mit dem Unternehmer, Mäzen und Visionär, die nicht nur ausschlaggebend für die Existenzsicherung einer europaweit einzigartigen Universität waren, sondern entscheidend ihr heutiges Profil prägten: "Die Herausforderung einer modernen Universitätsausbildung liegt im Rahmen einer sinnvollen Weiterentwicklung des Humboldtschen Bildungsideals konsequenterweise in der Heranbildung einer global denkenden, international orientierten Verantwortungselite. Klaus J. Jacobs verfolgte aus tiefster Überzeugung und mit großer Weitsicht unsere gemeinsame Vision: durch exzellente Forschung und Lehre die Lebensbedingungen zukünftiger Generationen weltweit zu verbessern. Sein Name, den die Universität mit Stolz trägt, wird uns für immer Verpflichtung sein, dieser Verantwortung gerecht zu werden", so der Universitätspräsident.

"Die Studierenden der Jacobs University haben große Ziele, sei es in der Wirtschaft, Politik, Kunst, oder Forschung. Von Klaus J. Jacobs können wir alle lernen, dass egal, in welchem Bereich wir uns wiederfinden, uns nichts von unserer Verantwortung für unsere Mitmenschen befreit", beschrieb Jan Eichhorn, Präsident des Studentenparlaments der Jacobs University, die eindrucksvolle Vorbildfunktion des Namenspatrons seiner Alma Mater. Der Student der Sozialwissenschaften sprach im Namen aller Studierenden außerdem seinen tiefen Dank dafür aus, dass Klaus J. Jacobs und die Jacobs Foundation mit ihrem Engagement eine einzigartige Bildungsstätte für junge Menschen aller Kontinente gesichert haben, in der sich akademische Exzellenz und persönliche Entwicklungschancen zu einer einmaligen Erfahrung verbinden.

In seiner abschließenden Rede dankte Dr. Joh. Christian Jacobs, Sohn des verstorbenen Stiftungsgründers und Vorsitzender der Jacobs Foundation, den Rednern und anwesenden Gästen für die bewegende Gedenkfeier. Er nahm die Gelegenheit zum Anlass, die Auslobung des Klaus J. Jacobs Forschungspreises und des Best Practice Awards bekannt zu geben: "Herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der erfolgreichen Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen und deren Umsetzung in die soziale Praxis haben bislang nur wenig Anerkennung und gesellschaftliche Aufmerksamkeit gefunden. Dies wollen wir mit den beiden Preisen ändern", so Dr. Jacobs. Die beiden Preise in Höhe von
1 Million bzw. 200.000 Schweizer Franken werden alljährlich im Dezember in Zürich vergeben, erstmalig am 3. Dezember diesen Jahres, dem Geburtsdatum von Klaus J. Jacobs.

Für ausführliche Informationen zu den von der Jacobs Foundation neu gestifteten Preisen siehe PDF der Pressemitteilung der Jacobs Foundation!

Klaus J. Jacobs - Unternehmer und Mäzen

Der 1936 in Bremen geborene Klaus J. Jacobs trat nach seiner Ausbildung in Hamburg 1962 in das Familienunternehmen Jacobs AG mit Sitz in Bremen ein. 1972 wurde er Hauptgeschäftsführer der Aktiengesellschaft. Im Jahr 1982 erfolgte dann die Unternehmensfusion der Jacobs AG mit der Interfood zur Jacobs Suchard AG. 1990 wurde die Jacobs Suchard AG an Phillip Morris verkauft und hieß fortan Kraft Jacobs Suchard (KJS). Im gleichen Jahr entstand aus mehreren Fusionen, insbesondere der Adia Interim und der französischen Ecco, die Firma Addecco SA (Zeitarbeit), deren Verwaltungsratspräsidentschaft Klaus J. Jacobs von 1995 bis 2007 ausübte. Klaus J. Jacobs, der am 11. September 2008 in Küsnacht im Kreis seiner Familie starb, wurde 71 Jahre alt.

Neben seinen vielen unternehmerischen Tätigkeiten gründete Klaus J. Jacobs 1988 die Jacobs Foundation. Zentrales Anliegen des Mäzens und der von ihm gegründeten, weltweit tätigen Stiftung war und ist es, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu stärken und auf die Herausforderungen einer sich stetig wandelnden Welt vorzubereiten. In einem durch exzellente und nachhaltige Ausbildung optimal entfalteten Potenzial kommender Generationen sah der Stiftungsgründer den Schlüssel für zukunftsfähige Gesellschaften, ein Ziel, das die Jacobs University für ihn in exemplarischer Weise verkörperte.

Die 200-Millionen-Euro-Investition der Jacobs Foundation im November 2006 war europaweit die bis dahin größte private Spende, die je an eine Universität geflossen war. Klaus J. Jacobs setzte damit ein weltweit aufsehenerregendes Zeichen für die private Campusuniversität und markierte darüber hinaus in Europa den Startpunkt für signifikante Einzelspenden privater Förderer im Bereich der Wissenschaftsförderung. Die Jacobs Foundation unterstützt die Jacobs University bereits seit 2001. Durch eine Zuwendung von über 10 Mio. Schweizer Franken ermöglichte die Stiftung die Einrichtung des 2003 eröffneten Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Development.

Das großartige Engagement von Klaus J. Jacobs für Wissenschaft, Forschung und Gesellschaft wurde vielfach gewürdigt. Noch in seinem letzten Lebensjahr erhielt der gebürtige Bremer im April 2008 die Ehrenmedaille in Gold der Hansestadt Bremen für seine hervorragenden Verdienste um das Land Bremen. Im Juli 2008 zeichnete ihn die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Förderung der Wissenschaft mit der Leibniz-Medaille aus.