Umweltkompetenz als neue Kulturtechnik

26.05.2003 - (idw) Universität Augsburg

Schriftenreihe des Zentralinstituts für didaktische Forschung und Lehre --


Wie Umweltkompetenz als eine zur zentralen Überlebensstrategie der Menschheit avancierte neue Kulturtechnik in der Schule vermittelt werden kann - mit dieser Frage setzt sich der im Auer Verlag von Nikolaus Frank herausgegebene dritte Band der Schriftenreihe des Zentralinstituts für didaktische Forschung und Lehre der Universität Augsburg auseinander.

Die lokalen Naturkatastrophen der jüngsten Vergangenheit haben auch den Mitteleuropäern einmal unmittelbar vor Augen geführt, wie fahrlässig wir mit unserer natürlichen Umwelt umgehen. Die Stoffkreisläufe der Erde sind weitgehend ihres natürlichen Regulativs enthoben, sie werden mit zunehmender Bevölkerungsdichte immer mehr von Menschenhand gestaltet.

TECHNISCHE UND NATÜRLICHE UMWELT KONTROLLIERT AUFEINANDER ABSTIMMEN

Die in den Geisteswissenschaften häufig gestellte Frage, was den Menschen moralisch zu diesen Eingriffen berechtigt, hat also längst nur noch einen theoretischen Wert. In der Praxis machen Bevölkerungswachstum, Anspruchshaltungen und Wirtschaftswachstum ein naives "zurück zur Natur" unmöglich. In Einklang mit der Natur leben zu wollen, heißt mittlerweile, die technische und die natürliche Umwelt kontrolliert aufeinander abstimmen zu müssen. Dazu ist enormer Sachverstand in den verschiedensten Lebensbereichen nötig: beim Konsum ebenso wie in der Produktion oder bei der Landschaftsplanung.

Umweltkompetenz ist damit zu einer wesentlichen Überlebensstrategie der Menschheit geworden und muss von jedem Individuum in den unterschiedlichsten Lebenssituationen mitgetragen werden. Daher genügt es nicht, ein bestimmtes Potenzial von Umweltfachleuten auszubilden. Umweltkompetenz muss - auf weit höherem Niveau als bislang - Allgemeingut werden. Misst man die Bedeutung so genannter allgemein bildender Lerninhalte an ihrer Bedeutung für Individuum oder Gesellschaft, so dürfte eine umfassende Umweltkompetenz für die gegenwärtige und zukünftige Welt längst die Bedeutung vieler traditioneller Bildungsinhalte übertreffen.

UMWELTKOMPETENZ IN DER SCHULE

Wie Umweltkompetenz in der Schule vermittelt werden kann, zeigen in diesem Sammelband auf 280 Seiten elf Autoren - vorwiegend Angehörige des Zentralinstituts für didaktische Forschung und Lehre der Universität Augsburg - in 14 Beiträgen. Dabei geht es in einem ersten Teil um anthropologisch-pädagogische Aspekte der Genese von Umweltkompetenz, während sich ein zweiter Teil mit den Dimensionen der Umweltkompetenz auseinandersetzt.
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Nikolaus Frank (Hrsg.), Umweltkompetenz als neue Kulturtechnik, Auer Verlag Donauwörth 2002, 280 Seiten, ISBN 3-403-03846-7, 14,90 Euro
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Weitere Bände der Schriftenreihe des Zentralinstituts für didaktische Forschung und Lehre der Universität Augsburg:

* Werner Wiater (Hrsg.), Kompetenzerwerb in der Schule von morgen. Fachdidaktische und erziehungswissenschaftliche Aspekte eines nachhaltigen Lernens, Donauwörth 2001, 229 Seiten, 9,90 Euro

* Kaspar H. Spinner (Hrsg.), SynÄsthetische Bildung in der Grundschule. Eine Handreichung für den Unterricht, Donauwörth 2002, 215 Seiten, 9,90 Euro