Wissenschaftsrat: 49 Millionen Euro für den Bau des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik

29.05.2009 - (idw) Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

TU Braunschweig investiert insgesamt über 76 Millionen Euro in die Erforschung des Fliegens und Fahrens.

Die Technische Universität Braunschweig erhält 48,9 Millionen Euro für den Bau des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik (NFF) am Standort Forschungsflughafen Braunschweig. Der Wissenschaftsrat hat dies heute empfohlen. Die Kosten teilen sich zu je 50 Prozent der Bund und das Land Niedersachsen. Der Baubeginn des Forschungsneubaus ist für Mitte 2010 vorgesehen, die Fertigstellung für Anfang 2012 geplant. Auf Basis dieser Empfehlung wird im Herbst die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern endgültig entscheiden. Insgesamt über 76 Millionen Euro kann die TU Braunschweig in den nächsten Jahren am Campus Forschungsflughafen umsetzen. Denn bereits im letzten Jahr erhielt die Universität aus dem Bund-Länder-Programm 23 Millionen Euro zum Ausbau der Luft- und Raumfahrttechnischen Institute,* weitere 4,5 Millionen Euro trägt die TU Braunschweig aus Eigenmitteln bei. Während sechs Institute der Luft- und Raumfahrttechnik das "bürgernahe Flugzeug" erforschen, widmen sich demnächst sieben weitere, im NFF zusammengeschlossene Institute dem "Metropolitan Car", dem Auto für die Großstädte der Zukunft.

Mit dem Niedersächsischen Zentrum für Fahrzeugtechnik entsteht eine Kooperationsplattform für die gemeinsame Forschung von Industrie und Wissenschaft. Bereits im Februar 2009 wurde der Standort Wolfsburg des Forschungszentrum Fahrzeugtechnik eröffnet, an dem drei weitere Institute der TU Braunschweig angesiedelt sind.**

"Wir erhalten damit ideale Rahmenbedingungen, um in koordinierten Forschungsvorhaben zusammenzuarbeiten, Großgeräte gemeinsam zu nutzen und Studierende fachübergreifend auszubilden", freut sich der Präsident der TU Braunschweig, Professor Jürgen Hesselbach, über die Entscheidung des Wissenschaftsrats. Durch die Investitionen am Forschungsflughafen erhalte die TU Braunschweig ebenso wie der Wissenschaftsstandort Braunschweig-Wolfsburg einen enormen Schub: "Wir kommen unserem Ziel, weltweit zu den Top-Adressen für Fahrzeugtechnik und Verkehrsforschung zu gehören, damit einen großen Schritt näher", so Hesselbach.

"Mit den bewilligten knapp 50 Millionen Euro kann das NFF am Forschungsflughafen nun mit voller Kraft durchstarten. Wir bündeln hier die Kompetenzen von sieben Instituten der Technischen Universität Braunschweig direkt vor Ort und schaffen eine Plattform für weitere Kooperationen mit anderen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und natürlich mit Unternehmen", unterstreicht der Vorstandssprecher des NFF, Dr.-Ing. e.h. Udo-Willi Kögler. Und ergänzt: "Die Wissenschaftler werden hier in sogenannten Projekthäusern zusammenarbeiten. Denn die Aufgaben in der Fahrzeug- und Verkehrstechnik sind heute komplex und erfordern neue, Fächer und Institutionen übergreifende Arbeitsweisen und Teams. Dieser Ansatz sowie die beiden Standorte in Braunschweig und Wolfsburg machen das NFF europaweit einzigartig und besonders attraktiv für neue Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft."

Was ist das "Metropolitan Car"?

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des NFF entwickeln Konzepte für das "Metropolitan Car" - das Auto für die Großstädte der Zukunft. Es hat vielfältigen Anforderungen zu entsprechen: Es muss die Fahrerinnen und Fahrer dabei unterstützen, komplexe Verkehrssituationen sicher und souverän zu meistern, und es muss sowohl umweltfreundlich als auch in Anschaffung und Betrieb wirtschaftlich sein. Am NFF-Standort Wolfsburg steht "das intelligente Fahrzeug" im Mittelpunkt, während am Braunschweiger Forschungsflughafen "das emissionsarme Fahrzeug" und "flexible Fahrzeugkonzepte" erforscht und entwickelt werden sollen.

Über die Entscheidung des Wissenschaftsrats

Im Rahmen seiner Begutachtung von Forschungsbauten an Hochschulen hat der Wissen-schaftsrat die von den Ländern zur Förderphase 2009 beantragten Vorhaben nach seinen Kriterien überprüft, bewertet und in eine Reihung gebracht. Die Gesamtkosten der ab dem Jahr 2010 zur Förderung von Forschungsbauten empfohlenen Investitionen an Hochschulen belaufen sich auf 436 Millionen Euro. Die nun für den Bau des NFF empfohlene Summe ist in diesem Jahr die höchste im Forschungsbau-Programm - insgesamt empfiehlt der Wissenschaftsrat, 18 Vorhaben in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern aufzunehmen. Er folgt damit einem Beschluss seines Ausschusses für Forschungsbauten vom 23. April 2009. Auf Basis dieser Empfehlung entscheidet im Herbst die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern endgültig.

Fakten zum Forschungsbau NFF am Forschungsflughafen:

Neubau: 7.485 m Hauptnutzfläche davon
Büroflächen: 2.957 qm HNF
Versuchsflächen: 4.528 qm HNF
Baukosten: 37 Mio. Euro
Großgeräte: 8,3 Mio. Euro
Ersteinrichtungskosten: 2,6 Mio. Euro
Grunderwerbs- und Erschließungskosten: 1 Mio. Euro
Baubeginn: Sommer 2010

Kontakt:

Prof. Dr. Bernhard Friedrich
Institut für Verkehr und Stadtbauwesen
Pockelsstraße 3
38106 Braunschweig
Tel.: 0 531 391-7920
E-Mail: friedrich@tu-braunschweig.de

Dr. Klaus Dröder, Felix Horch
Geschäftsführung des Niedersächsischen Forschungszentrums
Langer Kamp 19, 38106 Braunschweig
Tel.: 0531/391-7980
E-Mail: nff@tu-braunschweig.de

* Siehe auch unsere themenverwandten Presseinformationen Nr. 113/2008:
"23 Millionen Euro für den Campus Forschungsflughafen -
Neue Technologien für das 'bürgernahe Flugzeug'"
http://www.tu-braunschweig.de/presse/medien/presseinformationen?year=2008&pinr=113,

** sowie Nr. 29/2009:
"Das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik -
Einweihung des Standorts Wolfsburg"
http://www.tu-braunschweig.de/presse/medien/presseinformationen?year=2009&pinr=29
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de http://www.tu-braunschweig.de