TU Ilmenau weiht bedeutenden Forschungspark ein

10.06.2009 - (idw) Technische Universität Ilmenau

Mit dem ersten Spatenstich weiht die Technische Universität Ilmenau zusammen mit Instituten der Fraunhofer Gesellschaft einen Forschungspark ein, der drei Wissenschaftsprojekten der Zukunft die nötige Infrastruktur bietet. Die Vorhaben betreffen maritime Systeme, die Energieversorgung und den digitalen Rundfunk. Maritime Systeme

Die Rohstoffknappheit und steigende Kosten für deren Beschaffung zwingen den Menschen, die Suche nach Energiequellen auch auf die Weltmeere auszudehnen. Aktuelle Forschungsprojekte des Bundes wie SUGAR und ISUP forcieren die Gewinnung von Methanhydrat und die Entwicklung von Unterwasser-Erdöl- bzw. Erdgasproduktionssystemen. Die Erforschung von Lagerstätten und der Bau von Kabeltrassen erfordern hochtechnisierte U-Boote. Im neuen Forschungspark soll ein großes Wasserbecken entstehen, das der Erprobung solcher Unterwasserfahrzeuge dient. In dem Becken mit einer Größe von 12 x 8 x 3 Metern werden künftig neuartige Führungs-Systeme sowie neue Antriebs- und Docking-Konzepte für Unterwasserfahrzeuge getestet. Autonome, also unbemannte U-Boote sind auch für den Freistaat Thüringen mit seinen mehr als 70 Talsperren interessant; sie können sie zum Beispiel zur Vermessung und Inspektion von Talsperrenböden und Bauwerken genutzt werden.

Die Energieversorgung

Der in Zukunft weltweit drastisch steigende Energiebedarf stellt eine große Herausforderung für die Menschheit dar. Um ihn zu befriedigen, müssen neue Technologien forciert werden, etwa zur Speicherung elektrischer Energie oder zur optimalen Systemintegration durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien. Dazu hatten die TU Ilmenau und Fraunhofer erst im vergangenen Jahr gemeinsam das bundesweit einmalige IuK-Energielabor in Betrieb genommen. Daran angebunden entsteht im neuen Forschungspark ein einzigartiger Echtzeitnetzsimulator mit dezentralen Erzeugern, Speichern und Abnehmern wie z.B. Wind und Photovoltaik.
Die Probleme rund um die Energieversorgung der Zukunft gehen die Partner mit "Smart Grids" an, also mit einer klugen Stromerzeugung, intelligent ausgelegten Transportwegen und einem cleveren Lastmanagement. Dazu werden in Ilmenau künftig Kommunikationstechnologien und -strategien in der Praxis getestet.

Digitaler Rundfunk

Für die wissenschaftliche Arbeit im Bereich digitaler Rundfunk wird im Forschungspark eine 50 Meter hohe Antenne errichtet. Digitaler Rundfunk verbreitet sich weltweit rasant. So genannte drahtlose Verteilsysteme werden es in Zukunft ermöglichen, Medienangebote schnell und kostengünstig an möglichst viele Menschen zu übertragen. Die Ilmenauer Forschung im Bereich digitaler Rundfunk birgt weltweit ein gigantisches Vermarktungspotenzial. Satellitengestützte Übertragungsverfahren haben ein ähnlich hohes Potenzial, sich am Markt durchzusetzen wie das Digitale Terrestrische Fernsehen DVBT.

Alle drei Forschungsbereiche sind so ausgerichtet, dass die Wissenschaftler auch untereinander Synergien nutzen können. Wenn etwa mehrere U-Boote zusammenarbeiten, können Aufgaben schneller und besser als mit einzelnen Fahrzeugen gelöst werden. Dazu müssen sie kommunizieren. So sind beispielsweise die Forschungsschwerpunkte "Maritime Systeme" und "Digitaler Rundfunk" miteinander verzahnt.

Die Forschungspark am Vogelherd wird bis zum 30. November dieses Jahres fertig gestellt.

Der erste Spatenstich erfolgt in Anwesenheit des Thüringer Kultusministers Bernward Müller am Freitag, 12. Juni, um 10.00 Uhr, Am Vogelherd 50 in Ilmenau.