Herzklappenerkrankungen nehmen rapide zu

25.06.2009 - (idw) Universität Leipzig

Erstmals in Europa, gemeinsame Tagung der internationalen und der amerikanischen Herzklappengesellschaft zu neuen Techniken und Verfahren bei Klappenerkrankungen. Herzklappen mit "Erinnerungsvermögen", schonende Hybrid-Operationen, "Melody-Klappen" und neue Reparaturmethoden an Herzklappen werden vorgestellt.
Patienten berichten über ihre Herzklappenerkrankung. "Weltweit nimmt die Zahl an Herzklappenerkrankungen zu. Einer der Gründe dafür ist der demografische Wandel in der Bevölkerung mit steigender Zahl älterer Menschen. In der Diagnose und Therapie von Herzklappenerkrankungen kam es in den letzten 10 Jahren zu erheblichen Fortschritten durch neue bildgebende Verfahren, schonendere Operationstech-niken ohne Eröffnung des Brustkorbs und neuartige Werkstoffe zur Herstellung von Herz-klappen", sagt Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Mohr, Präsident der Gesellschaft für Herzklappenerkrankungen (Society for Heart Valve Disease/SHVD) und Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Herzzentrum der Universität Leipzig.

In einem in Berlin veranstalteten Treffen der internationalen (SHVD) und der amerikanischen Herzklappen-Fachgesellschaften (HVSA) kommt es erstmals zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch (27.-30.6.09). So werden neue Herzklappen aus selbstausdehnenden Nitinol diskutiert, die sich bei Verformung ihre alte Form "merken" und in sie zurückkehren. Diese Klappe wächst innerhalb einer Woche in das körpereigene Gewebe ein, es bedarf keiner gerinnungshemmenden Medikamente und Reoperationen fallen kaum an, da die Klappe keine mechanisch beweglichen Teile besitzt. Interessant gerade für Kinder mit angeborenen Herzklappen-fehlern sind auch neue Herzklappen, die durch Tissue-Engineering-Verfahren hergestellt werden. Man hofft, dass diese Klappen mitwachsen.
Heute kann mit den neuen Hybrid-Operationen selbst hochbetagten Patienten mit Aortenklappenerkrankungen eine altersentsprechende Lebensqualität wiedergegeben werden. Neuartige Reparaturverfahren erlauben jetzt dem Herzchirurgen, bei Mitral- und Aortenklappenerkrankungen vielfach auf einen Klappenersatz zu verzichten.

Im Rahmen des Kongresses möchten wir Ihnen diese neuen Entwicklungstrends vorstellen.

Pressekonferenz
Montag, 29. Juni 2009, 10.30 Uhr
Hotel The Ritz Carlton, Salon Bellevue
Potsdamer Platz 3; 10786 Berlin

Referenten: Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Mohr, Leipzig, Präsident SHVD
Dr. Jeffrey S. Borer, New York, Präsident HVSA
Prof. Dr. Dr. h. c. Roland Hetzer, Berlin
Dr. Robert O. Bonow, Chicago
Dr. Maurice E. Sarano, Rochester
Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Bad Oeynhausen
Dr. Adrian H. Chester, London
Patienten (Hybrid-OP/ Melody-Herzklappe)
Über Ihre Teilnahme an der PK würden wir uns freuen.