Lemgoer Innovationszentrum Industrial IT gewinnt im NRW-Hightech-Wettbewerb

25.06.2009 - (idw) Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Lemgo (hs-owl) Ein Netzwerk aus fünf OWL-Unternehmen der Industrieelektronik und des Instituts Industrial IT (inIT) der Hochschule OWL konnte sich jetzt beim NRW-Spitzentechnologie-Wettbewerb "Hightech.NRW" erfolgreich platzieren. Mit einer Fördersumme von rund 4 Millionen Euro würdigt die Landesregierung die weitreichende Bedeutung des 'inITial' genannten Projekts, mit dem der Innovationsstandort OWL nachhaltig gestärkt werden soll. Das Forschungsprojekt 'inITial' wird im Kern von den Unternehmen Phoenix Contact (Blomberg), Weidmüller (Detmold), KW-Software (Lemgo), ISI Automation (Extertal) und OWITA (Lemgo) unter der Federführung des Lemgoer Instituts Industrial IT (inIT) getragen. Es umfasst vielfältige Aspekte der Erforschung neuer Ansätze in der Automatisierungstechnik. Das Ziel: komplexe Maschinen- oder Produktionsanlagen schneller in Betrieb nehmen und zuverlässiger betreiben.

Hierdurch lässt sich ein entscheidender Beitrag zur Sicherung des Produktionsstandorts Deutschland erreichen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Chancen aus der verstärkten Nutzung der Informationstechnologie, wie man sie aus dem täglichen Leben in Form von Handy, PC und Internet kennt, in der industriellen Automation gelegt.

Projektleiter Prof. Dr. Oliver Niggemann vom inIT sieht in der Jury-Entscheidung eine Bestätigung der bisherigen Forschungsaktivitäten im Bereich der Automatisierungstechnik. "Derzeit gibt es in NRW kein Kompetenzzentrum, das das wichtige Gebiet der industriellen Informationstechnik international sichtbar macht und Ansprechpartner für Wirtschaftsunternehmen ist. Dieses Projekt wird uns helfen, diese Lücke zu schließen", ist sich inIT-Institutsleiter Prof. Dr. Jürgen Jasperneite sicher.

Auch die Industrie ist zufrieden: "Für uns als Hersteller ist es wichtig, bereits in der Entwicklungsphase erkennen zu können, wie unsere Produkte in einer laufenden Fertigungsanlage arbeiten und mit anderen Produkten zusammenspielen. Hier gewinnen wir notwendige Erkenntnisse für die anwendungsgerechte Weiterentwicklung", erklärt Ralf Hoppe, Geschäftsführer von Weidmüller Interface, seine Motivation für die Teilnahme am Forschungsprojekt.

"Die Impulse, die mit diesem ersten Gemeinschaftsprojekt im Innovationszentrum gesetzt werden, werden weit über die Landesgrenzen hinausgehen und OWL eine internationale Wahrnehmung als technologisches Zentrum der modernen Industrieautomation und Informationstechnologie verschaffen", so Roland Bent, der als Geschäftsführer Marketing und Entwicklung für die Produkte und Technologien des Projektpartners Phoenix Contact verantwortlich zeichnet.

Der Projektantrag überzeugte die Jury durch die technologische Kompetenz sowie die internationale Bedeutung des Projekts. Beispielhaft ist die regionale Kooperation der beteiligten Unternehmen untereinander sowie mit der Hochschule OWL.

Im Rahmen des 'inITial'-Projekts wollen die Partner in einem ersten gemeinsamen Schritt eine zentrale Herausforderung der Automatisierungstechnik angehen: Die Optimierung der Konstruktion und des Betriebs komplexer verteilter Anlagen durch den Einsatz moderner Verfahren der Informationstechnik. Weiterhin ist die Einrichtung eines Demonstrationszentrums vorgesehen, in dem das Zusammenspiel neuer Technologien getestet, weiterentwickelt und gezeigt wird. Dadurch wird ein Anknüpfungspunkt für weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen geschaffen.

Neben den fünf Unternehmen aus OWL sind weitere 'inITial'-Projektpartner das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen, das Karlsruher Fraunhofer Institut für Informations- und Datenverarbeitung (IITB) und die Unternehmen Art Systems Software aus Paderborn, Bayer Technology Services aus Leverkusen, mechapro aus Aachen und Symtavision aus Braunschweig.