Zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Dres. h.c. Horst Steinmann

13.07.2009 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Der Nürnberger Betriebswirt und Unternehmensethiker Prof. Dr. Dres. h.c. Horst Steinmann vollendet am Freitag, 17. Juli 2009, sein 75. Lebensjahr. Horst Steinmann, 1934 in Bad Salzuf­len, Lippe, geboren, war von 1970 bis zu seiner Emeritierung 1999 ordentlicher Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Unternehmensführung an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg. Davor war er von 1968 bis 1970 ordentlicher Professor für Allgemeine BWL und Unternehmensforschung an der Freien Universität Berlin. Der Jubilar wird am Freitag, 25. September 2009, von seinen Schülern und Freunden sowie dem wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereich mit einer Festveranstaltung im GFK-Hörsaal der Universität in Nürnberg geehrt.

Am Anfang seiner wissenschaftlichen Karriere befasste sich Steinmann mit quantitativen Modellen der Unternehmensplanung (Promotion 1962 an der TU Clausthal) und absolvierte die internationale Managementschule INSEAD bei Paris (MBA, 1965). Später analysierte er Grundfragen der Unternehmensverfassung in Großunternehmungen (Habilitation 1967 an der TU Clausthal) und beteiligte sich an der Diskussion um die Rolle der Mitbestimmung in Deutschland. In den siebziger und achtziger Jahren rückten zunehmend wissenschaftstheoretische Grundlagenfragen der Betriebswirtschaftslehre und die Verantwortung der Unternehmung in das Zentrum seines Interesses.

Steinmann gilt als Begründer des Nürnberger Ansatzes zur Unternehmensethik, den er ab Mitte der achtziger Jahre gemeinsam mit seinem Schüler Albert Löhr sowie weiteren Mitarbeitern auf Basis der Dialogethik der Konstruktiven Philosophie der Erlanger Schule entwickelt hat. Er ist der Auffassung, dass den Unternehmen neben ihrer wirtschaftlichen Verantwortung zur Gewinnerzielung auch noch eine soziale Verantwortung für die konfliktrelevanten Auswirkungen ihrer Gewinnstrategien zukommt. Diese Verantwortung bedingt zugleich die moralische Pflicht, Lösungen für die Konflikte gemeinsam mit den betroffenen Akteuren im Dialog zu entwickeln. Steinmann setzte sich stets für die wissenschaftliche Verankerung der Unternehmensethik in der BWL sowie für eine stärkere Verbreitung ethischer Orientierungen in der Unternehmenspraxis ein. Er ist Gründungsmitglied des European Business Ethics Network (EBEN, gegründet 1986) und des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik (DNWE e.V., gegründet 1993), in dem sich Wissenschaftler, Unternehmer und Manager zur Weiterentwicklung und Unterstützung der Unternehmensethik zusammengeschlossen haben. In den vergangenen Jahren untersuchte der Jubilar besonders die Konsequenzen der Globalisierung für das Verhalten und die Verantwortung von multinationalen Unternehmen und setzte sich mit Begründungsfragen einer Internationalen Unternehmensethik sowie mit der politischen Rolle multinationaler Unternehmen auseinander.

Horst Steinmann ist bis heute aktiver wissenschaftlicher Autor sowie Teilnehmer und Vortra-gender auf nationalen und internationalen Konferenzen. So war er maßgeblich an der Verfas-sung eines Memorandums zur Rolle der Unternehmensethik in der Hochschulausbildung der BWL beteiligt, das von über 60 Universitätsprofessorinnen und -professoren anlässlich der Tagung des Verbands der Hochschullehrer für BWL im Juni 2009 in Nürnberg unterzeichnet wurde und die Bedeutung des Faches Unternehmensethik für die Betriebswirtschaftslehre unterstreicht.

Im Laufe seiner Karriere erhielt Horst Steinmann mehrere Rufe an andere Universitäten (Paderborn, Darmstadt, FU Berlin), die von ihm abgelehnt wurden. Er wurde mit Ehrendoktorwürden der Universitäten Bern (1996) und Straßburg (1999) ausgezeichnet. Seine Schüler arbeiten in verantwortlichen Positionen in Wirtschaft und Politik sowie als Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen und Universitäten.

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