"Gesichter der Freiheit": Doppelausstellung in der Bochumer Unibibliothek

29.09.2009 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Plakate und satirische Werke zum 20. Jahrestag des Mauerfalls

Zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution in der DDR rücken der Mauerfall, seine Vorgeschichte und seine Folgen an der Ruhr-Universität in den Mittelpunkt: "Gesichter der Freiheit" heißt eine Ausstellung, die das Institut für Deutschlandforschung und die Universitätsbibliothek gemeinsam veranstalten. Plakate zu den historischen Ereignissen werden dabei flankiert von satirischen Werken des ehemaligen Bochumer Slawistikprofessors Dr. Dr. h. c. Karl Eimermacher aus seinem Zyklus "Aus dem Land der Roten Socken". Eine Vorbesichtigung der Ausstellung mit Pressekonferenz findet am 6. Oktober 2009, 11 Uhr (Universitätsbibliothek, 1. Etage), statt. Auch zur Ausstellungseröffnung am 9. Oktober 2009, 12 Uhr, sind die Medien herzlich eingeladen.

Menschen, die sich ihre Freiheit genommen haben

Die Ausstellung "Gesichter der Freiheit" erinnert an die Friedliche Revolution in der DDR im Jahre 1989 und schlägt zugleich einen Bogen zu den Voraussetzungen und Folgen dieses überwältigenden Ereignisses. Im Mittelpunkt steht die historische Vergegenwärtigung der Ereignisse vor 20 Jahren. Die Bild-Text-Tafeln der von der Bundesstiftung Aufarbeitung konzipierten Plakatausstellung zeigen die einzelnen Stationen des dramatischen Geschehens in Leipzig, Ost-Berlin, Plauen, Dresden und anderen Orten der DDR im Herbst 89 und erinnern an den Weg zur deutschen Einheit. Auch wenn natürlich viele Politiker aus Ost und West im Bild erscheinen - im Mittelpunkt stehen immer wieder die Menschen in der DDR, die sich ihre Freiheit genommen haben, zum Beispiel bei der Kontrolle der (gefälschten) Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 oder bei der Eroberung des Westens im Trabi-Korso nach dem 9. November 1989.

Politiker, die wieder munter mitmischen

Einen bewussten Kontrapunkt setzt der Werkzyklus "Aus dem Land der Roten Socken" von Karl Eimermacher. Hier geht es gegen das Weichspülen der Erinnerungen an die DDR als eine scheinbar idyllische Welt, eine "kommode Diktatur". Mit der Schärfe lebensgeschichtlicher Erfahrungen in Ost und West und mit dem künstlerischen Mut zupackender Satire gestaltet Eimermacher Szenen der Inszenierung von Macht und Versagen vor und nach der Zeitenwende. Die Graphiken und Objekte lenken den Blick auf die Mächtigen von einst, die heute scheinbar alles vergessen haben, nicht an ihre Geschichte erinnert werden wollen und trotzdem schon wieder eifrig mitmischen in Politik, Kultur, Gesellschaft.

Lesung, Ringvorlesung, Tagung

Zum Rahmenprogramm der Ausstellung gehören zahlreiche Führungen und eine Lesung von Ingo Schulze, Träger des Peter-Weiss-Preises der Stadt Bochum, am 26. November 2009. Die Lesung verzahnt die Ausstellung mit weiteren Veranstaltungen des Instituts für Deutschlandforschung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls unter der Überschrift "Die Erfahrung der Freiheit": einer internationalen Konferenz im November und einer Ringvorlesung im Wintersemester 2009/10. Geplant ist auch ein Lesebuch zur Europäischen Revolution 1989/91.

Weitere Informationen

Dr. Frank Hoffmann, Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27863, E-Mail: frank.hoffmann-2@rub.de

Redaktion: Meike Drießen
Weitere Informationen: http://www.ruhr-uni-bochum.de/deutschlandforschung/Erfahrung_der_Freiheit2.htm - Informationen zur Veranstaltungsreihe