Die Apotheke ist der ideale Ort für Aufklärung

12.10.2009 - (idw) Netzwerk gegen Darmkrebs e.V.

München, Oktober 2009 - Durch eine Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) setzt das Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. ein weiteres Zeichen im Kampf gegen Darmkrebs. Gemeinsam entwickelten die gemeinnützigen Institutionen ein Fachseminar, in dem Apotheker gezielt über das Thema Darmkrebs und die Möglichkeiten der Früherkennung informiert werden. Mit WIPIG hat das Netzwerk gegen Darmkrebs einen kompetenten Unterstützer zur Aufklärung der breiten Öffentlichkeit über die Chancen der Darmkrebsvorsorge gefunden. Die Kooperation zielt im Speziellen auf die Apotheken im Land ab, die als ideale Plattform für die Prävention gelten. Mit über vier Millionen Kundenkontakten tragen die Arzneimittel-Experten eine besondere Verantwortung, um einen gesunden Lebensstil zu fördern und Krankheiten vorzubeugen.

Die Netzwerk-Vorsitzende Dr. Christa Maar freut sich über die enge Kooperation. "Das Thema Darmkrebs passt gut in die Apotheke. Durch den täglichen intensiven Kontakt mit ihren Kunden können gerade Apotheker Risikopatienten für Darmkrebs identifizieren, gezielt ansprechen und über Vorsorgemöglichkeiten informieren. Eine qualifizierte Fortbildung für diese Berufsgruppe ist daher sehr wichtig."

Im Rahmen der neuen Weiterbildung "Prävention und Gesundheitsförderung" der Bayerischen Landesapothekerkammer integrierten die beiden Partner ein 90-minütiges Fachseminar, in dem eine Expertin über Darmkrebsvorsorge referiert. Die Pilotkurse in München und Würzburg beinhalten die wissenschaftlichen Grundlagen sowie die praktische Umsetzung von Prävention in der Apotheke.

Der erste Pilotkurs hat bereits stattgefunden, und die Referentin Dr. Nicola Fritz freute sich über die große Teilnahme. "Ich begrüße es sehr, dass Apotheker für dieses wichtige medizinische Thema Interesse zeigen. Es ist sehr viel Wissen bei den Apothekern vorhanden, aber es ist auch klar geworden, dass eine Aufklärung durch den Apotheker allein nicht die weiterführende Untersuchung ersetzen kann."

Margit Schlenk, Sprecherin des WIPIG-Direktoriums ist überzeugt davon, dass Apotheker einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung zu mehr Vorsorge leisten können. "Der Apotheker ist für viele Kunden eine kompetente Vertrauensperson. Deshalb ist die Apotheke ein idealer Ort, um Aufklärung zum Thema Darmkrebsprävention zu betreiben."

Hintergrund:
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsneuerkrankung in Deutschland. Jährlich erkranken 73.000 Menschen neu an Darmkrebs und 26.500 sterben an den Folgen dieser Krankheit. Dabei ist Darmkrebs die einzige Krebserkrankung, die sich durch Vorsorge verhindern oder in einem so frühen Stadium entdecken lässt, dass der Krebs heilbar ist. Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen: Wird Darmkrebs frühzeitig genug entdeckt, ist die Erkrankung bei den meisten Menschen zu 100 Prozent heilbar.

Hintergrund:
Das Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. wurde 2004 auf Initiative von Dr. Christa Maar - Vorstand der Felix Burda Stiftung; Prof. Dr. Meinhard Classen - ehem. Direktor der Poliklinik der TU München Klinikum rechts der Isar; sowie Dr. Berndt Birkner - Vorsitzender der Sektion Gastroenterologie im Bund der Internisten gegründet. Der bundesweit aktive Verein ist heute die wichtigste, unabhängige Vereinigung zum Thema Darmkrebsfrüherkennung in Deutschland und verzeichnet rund 220 Mitglieder aus den Bereichen Public Health, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin. Der Verein bringt Gesundheitspolitik, Krankenkassen, Unternehmen sowie medizinische Fachgesellschaften und Berufsverbände an einen Tisch, um gemeinsam die Verbesserung der Darmkrebsvorsorge in Deutschland voranzubringen. Ziel ist, die Sterblichkeitsrate bei Darmkrebs von aktuell 38 auf unter 20 Prozent im Jahr 2015 zu senken.

Kontakt:
Anja Kropp
Leiterin der Geschäftsstelle
Netzwerk gegen Darmkrebs e.V.
Tel.: +49 89 9250-1748
Fax: +49 89 9250 2713
anja.kropp@netzwerk-gegen-darmkrebs.de