Hochschule Fresenius Verbundpartner in Forschungsvorhaben des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung

13.10.2009 - (idw) Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius ist seit dem Sommersemester als Verbundpartner in einem dreijährigen Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung beteiligt. Das Vorhaben wird mit Geldern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Das Verbundprojekt trägt den Titel "Veränderungsbereitschaft und interne sowie externe Flexibilität mit nachhaltigen EFQMplus-Konzepten stabilisieren und strategisch in den Geschäftsprozessen implementieren (VITNESS)" und befasst sich mit dem Themenfeld "Balance von Flexibilität und Stabilität in einer sich wandelnden Arbeitswelt" im Rahmen des Programms "Arbeiten - Lernen - Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt". Neben der Hochschule Fresenius und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung Karlsruhe als Konsortialführer sind das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, das Institut für angewandte Arbeitswissenschaften Düsseldorf sowie das RKW Kompetenzzentrum Eschborn, eine Einrichtung des RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft, als weitere Projektpartner engagiert.

Ziel des Verbundprojekts ist es, die Verbreitung von Gesamtkonzepten oder Einzelansätzen einer auf Flexibilität und Stabilität ausgerichteten Personalpolitik in der deutschen Wirtschaft zu ermitteln, einen maßgeschneiderten Konzept-Baukasten dazu zu entwickeln und in 20 Pilotunternehmen zu erproben und weiterzuentwickeln. Auf der Basis eines europäischen Modells für die Einführung von Total Quality Management, dem Managementmodell der EFQM (European Foundation for Quality Management), soll als erweitertes Konzept "EFQMplus-Konzept" entwickelt werden, das mitarbeiterorientierte, flexible personalpolitische Ansätze integriert. Unter der Rahmenbedingung, dass das Konzept die gegensätzlichen Anforderungen der Wechselbeziehung zwischen Flexibilität und Sicherheit verbindet, soll ein neu definiertes maßgeschneidertes EFQM-Modell mit innovativen Zusatz-Modulen entwickelt werden.

Die Hochschule Fresenius wird im Rahmen des Gesamtvorhabens insbesondere bei der Entwicklung des Gesamtkonzepts "EFQMplus" und der Implementierung von maßgeschneiderten "EFQMplus"-Konzepten in Pilotunternehmen mitwirken.

Im Rahmen des Teilvorhabens Entwicklung eines "EFQMplus"-Gesamtkonzepts sollen auf der Basis des EFQM-Konzepts erweiterte Konzepte mit zwei Modulen entwickelt werden, die kleine und mittlere Unternehmen (KMU) durch ein professionelles Vorgehen befähigen, eine Balance zwischen Stabilität und Flexibilität zur Förderung von Innovationsfähigkeit zu schaffen und ihnen zum aktiven Umgang mit demografischen Effekten Handlungsoptionen zu eröffnen. Hierzu wird ein modularer Konzept-Baukasten entwickelt werden, um jedem Unternehmen eine maßgeschneiderte Implementierung zu ermöglichen. Bestandteile des Baukastens werden einerseits ein Management-Tool sein, das die Unternehmen bei der Auswahl ihrer Strategie unterstützt, anderseits verschiedene Varianten von "EFQMplus"-Konzepten mit den Zusatzmodulen ROWE und OED.

Das ROWE-Konzept (results only work environment) zielt ab auf eine strikte Ergebnisorientierung anstatt der bislang vorherrschenden Anwesenheitsorientierung. Die Mitarbeiter entscheiden selbst, wann und wo sie arbeiten. Die Führungskräfte vereinbaren mit ihnen konkrete Ziele ("results") und schaffen Rahmenbedingungen, die das Erreichen der Ziele ermöglichen (Arbeitsmittel, Ressourcen, Weiterbildung).

Das zweite Modul ist das OED-Konzept ("Overall Employment Deals"). Da die Bedeutung von Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit angesichts der demografischen Entwicklung weiter zunimmt, rücken neben Entgelt und Nebenleistungen ("compensation and benefits") auch Aspekte wie betriebliche Gesundheitsförderung, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszeitflexibilität, Work-Life-Balance, Lebenslanges Lernen, Laufbahnplanung bis 67 oder Wissenstransfer ins Blickfeld. OED versteht sich als integrativer Ansatz, der beide Gestaltungskomponenten zu einer optimalen unternehmensspezifischen Strategie zusammenführt.

Innerhalb des sich anschließenden Teilvorhabens der Implementierung von maßgeschneiderten "EFQMplus"-Konzepten in Pilotunternehmen werden die entwickelten Konzepte in Unternehmen pilotiert. Hierzu werden insgesamt zwanzig kleine und mittlere Unternehmen akquiriert. Diese Unternehmen werden sowohl Industrie- als auch Dienstleistungsbetriebe sein und möglichst aus verschiedenen Branchen stammen. Je nach Entwicklungsstand wird mit jedem der Pilot-KMU eine spezifische Konfiguration aus den Modulen des neu entwickelten "EFQMplus"-Gesamtkonzeptes vereinbart, die in jedem Fall mindestens die beiden neu entwickelten Module OED und ROWE beinhaltet.

Für diese u.a. auf die Hochschule Fresenius entfallenden Teilvorhaben wird Herr Prof. Dr. Ralf Neuhaus die Projektleitung übernehmen. Professor Neuhaus ist seit über fünf Jahren für die Hochschule Fresenius in Köln tätig. Zudem leitet er die IMAQ GbR, die seit 2005 offizieller Kooperationspartner der Hochschule Fresenius (Köln) ist. IMAQ ist seit 2004 lizenzierter Anbieter von Trainings der EFQM (European Foundation for Quality Management) in Deutschland und Firmenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ).

Durch den Transfer der in den Pilotunternehmen gewonnenen Erkenntnisse an die Zielgruppe der mittelständischen Unternehmen soll das Verbundvorhaben einen Beitrag dazu leisten, die Entwicklung und Verbreitung von Gesamtkonzepten einer auf Flexibilität und Stabilität ausgerichteten Personalpolitik in der deutschen Wirtschaft zu befördern. Außerdem wird eine Weiterentwicklung des EFQM-Modells zu einem mitarbeiterorientierten personalpolitischen Konzept erwartet, dessen Anwendung konkretes Anschauungsmaterial für die Balance zwischen Flexibilität und Sicherheit für die erfolgreiche Übertragung in typische mittelständische Betriebskonstellationen bietet.
Weitere Informationen: http://www.hs-fresenius.de