Ökonomie und Ökologie - kein Widerspruch

24.05.2002 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Modellprojekt in Kliniken Baden-Württembergs untersucht finanzielle Auswirkungen von Umweltschutzmaßnahmen

Gemeinsame Presse-Information der AOK Baden-Württemberg und des Universitätsklinikums Freiburg

Auch Einsparungen erwartet

Umweltschutz ist erstrebenswert, aber auch teuer - so ein gängiges Vorurteil. Kosten sind deshalb meist das Hauptargument gegen die Einführung umweltschonender Maßnahmen. Das gilt auch für den Klinikbereich. Unter dem Titel "Kostensenkung durch Umweltschutz in Kliniken Baden-Württembergs" hat das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg mit Unterstützung der AOK Baden-Württemberg, des Ministeriums für Umwelt und Verkehr und des Sozialministeriums jetzt ein Pilotprojekt gestartet, das hier harte Fakten und größere Klarheit erbringen soll.

Dass Kliniken in fast allen Bereichen wirkungsvollen Umweltschutz betreiben können, ohne den medizinischen Standard zu senken, wird vom Freiburger Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene unter der Leitung von Prof. Dr. Franz Daschner seit vielen Jahren nachgewiesen. Die Krankenhäuser wissen aber bislang nicht, worauf sie sich finanziell einlassen, wenn sie Umweltschutzmaßnahmen einführen. Es fehlen Modellrechnungen, die es erleichtern, z.B. eine Kostenkalkulation für ein ökologisch sinnvolleres Produkt aufzustellen.

Ziel des Projektes ist es deshalb, die Wirtschaftlichkeit beispielhafter Umweltschutzmaßnahmen zu überprüfen. Nach Einschätzung des Instituts können die Betriebskosten durch viele Umweltschutzmaßnahmen sogar gesenkt werden.
AOK-Vorstandsvorsitzender Roland Sing zum Engagement der AOK Baden-Württemberg, die rund 50 Prozent der Projektkosten trägt: "Sinn von Umweltschutzmaßnahmen ist es, vorbeugend Schäden von Menschen abzuwenden.

Unternehmen, deren oberstes Ziel die Wiederherstellung der Gesundheit von Menschen ist, sind ökologischem Denken deshalb in besonderem Maße verpflichtet. Dies gilt für die Krankenhäuser ebenso wie für uns als Gesundheitskasse AOK. Sollten Betriebskosten gesenkt werden können, wäre das natürlich ein zusätzlicher Anreiz für die Einführung von Umweltschutzmaßnahmen."

Das Projekt wird mit Beispielen aus dem Kreiskrankenhaus Heidenheim, des Städtischen Klinikum Karlsruhe gGmbH und der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH durchgeführt. Das betriebswirtschaftliche Know-How stellt der Lehrstuhl für Umweltmanagement (Prof. Dr. Werner F. Schulz) der Universität Hohenheim zur Verfügung.


Kontakt:
Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universtitätsklinikums Freiburg:
Dipl.-Ing. (FH) Martin Scherrer,
Tel.: 0761 270 - 5431
Fax: 0761 270 5440
E-mail: mscherr@iuk3.ukl.uni-freiburg.de

AOK Baden-Württemberg:
Pressestelle, Kurt Wesselsky
Heilbronner Str. 184
70191 Stuttgart
Tel.: 0711 2593-234
Fax: 0711 2593 300
E-Mail: kurt.wesselsky@bw.aok.de