Ostfalia glänzte auf der ECarTec in München mit zwei Projekten

29.10.2009 - (idw) Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

Im Oktober gab es auf der ECarTec 2009, der ersten Messe für Elektromobilität in München, gleich zwei Highlights der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Von 0 auf 100 in 2 Sekunden
Zum ersten Mal wurde das Elektro-Rennfahrzeug des RC-Modellbaus, ein interdisziplinäres Projekt der Hochschule, der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit einer elektrischen Leistung von 6 kW bei einem Gewicht von 4 kg erreicht das Fahrzeug Geschwindigkeiten von über 200 km/h. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h schafft das Elektro-Fahrzeug in knapp 2 Sekunden. Nach nur 4 Sekunden Beschleunigung werden 200 km/h erreicht, hierfür reicht eine Fahrstrecke von nur 250 m. Mit diesen beeindruckenden Daten möchte Martin Kaffka, studentischer Projektleiter des RC-Modellbaus, sich nicht zufrieden geben. Auf der ECarTec wurde offiziell bekanntgegeben, dass es im nächsten Sommersemester einen Versuch unter Aufsicht des Guiness Buch der Rekorde geben wird, den Weltgeschwindigkeitsrekord von 260,36 km/h zu überbieten. Einige Optimierungen am Fahrtenregler und die Batterietechnik sollen Stromstärken über 400A bei einer Nennspannung von 22V ermöglichen.

Redox-Flow Batterie im Fahrzeug
Auf der Münchener Messe wurde ebenso die erste mobile Anwendung einer Redox-Flow Batterie gezeigt. Ein Team von Forschern hat unter Leitung von Prof. Dr. Robin Vanhaelst, Fakultät Fahrzeugtechnik der Ostfalia, die vielversprechende Batterietechnik in ein Fahrzeugmodell integriert. Der Redox Flow Stack wurde vom ICT des Fraunhofer Instituts aufgebaut. Die Redox Flow Batterien basieren auf flüssigen Elektrolyten und können einfach an der Steckdose aufgeladen werden wie normale Batterien. "Man könnte sie aber auch an der Tankstelle in wenigen Minuten aufladen", sagt Vanhaelst: "Der entladene Elektrolyt wird einfach abgepumpt und durch aufgeladene ersetzt." Der abgepumpte Elektrolyt kann an der Tankstelle wieder geladen werden, beispielsweise durch ein Windrad oder eine Solaranlage.

Das Prinzip von Redox-Flow-Batterien ist nicht neu: Zwei flüssige Elektrolyte, die Metall-Ionen enthalten, strömen durch Elektroden aus porösem Graphitflies, getrennt von einer Membran, die Protonen durchlässt. Bei diesem Ladungsaustausch fließt Strom über die Elektroden, der sich nutzen lässt. Bisher haben die Redox-Flow-Batterien jedoch einen Nachteil: Sie speichern deutlich weniger Energie als Lithium-Ionen-Akkus. Die Reichweite der Autos würde nur etwa ein Viertel betragen, rund 25 Kilometer - der Fahrer müsste also viermal so oft die Batterien nachladen. Auf der ECarTec wurde von Dipl.-Ing. Jens Noack vom Frauenhofer ICT gleich das zweite Highlight der Messe bekanntgegeben: mit einer optimierte Version der Redox Flow Batterie konnten die Reichweite nun auf das Vier- bis Fünffache steigern - damit kommt sie in die Nähe der Lithium-Ionen-Akkus. Laut Vanhaelst ist diese neue Redox Flow Batterie damit eine vielversprechende Zukunftstechnologie, da sie gegenüber Lithium Ionen Batterien auch Vorteile bei den Kosten, der Lebensdauer und Sicherheit bietet. Den Prototypen dieser neuen Zelle haben die Forscher bereits hergestellt, nun müssen sie mehrere Zellen zu einer Batterie zusammensetzen und diese optimieren.