Das RUB-Rektorat handelt: Konkreter Fahrplan zur Weiterentwicklung der Bachelor-Studiengänge

02.12.2009 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Kritische Bestandsaufnahme und Start studentischer Qualitätszirkel

Das Rektorat der Ruhr-Universität greift die Forderungen der protestierenden Studierenden konstruktiv auf und übersetzt sie in einen konkreten Handlungskatalog: Alle Bachelor-Studiengänge werden vom Prorektorat Lehre auf Basis vorhandener Informationen, wie z.B. der Absolventenstudie, evaluiert um Handlungsbedarfe zu ermitteln. Parallel werden die Fakultäten zur Überprüfung von Anwesenheitspflichten und Prüfungsformen in den Bachelor-Studiengängen befragt. Zudem werden studentische Qualitätszirkel gegründet, die studiengangspezifische Verbesserungsvorschläge erarbeiten, anhand derer die Lehr- und Lernkultur weiter verbessert werden soll. Damit setzt die RUB auch das letzte Woche von allen NRW-Hochschulrektoren unterzeichnete Memorandum of Understanding in die Tat um.

Drei parallele Wege

Das Prorektorat Lehre wird sämtliche Bachelor-Studiengänge der RUB zunächst auf der Basis von Akkreditierungsgutachten, der Absolventenstatistik, der Lehrberichte der Fakultäten und der Bochumer Absolventenstudie kritisch begutachten. So wird ermittelt, in welchen Bachelor-Studiengängen Handlungsbedarfe bestehen. Die Fächer des 2-Fach-Modells werden dabei gesondert und als ganzes besonders in Hinsicht auf die Studienorganisation betrachtet. Zusätzlich schreibt das Rektorat alle Fakultäten an und fordert sie dazu auf, zu bestimmten Aspekten der Curriculumsgestaltung Stellung zu nehmen. Darunter fallen z.B. aktuelle Regelungen zur Anwesenheitspflicht sowie Art und Umfang von Prüfungen vor dem Hintergrund des Studienziels: des jeweils angestrebten Kompetenzprofils eines Absolventen. Zudem werden studentische Qualitätszirkel gegründet, in denen sowohl Fachschaftsratsvertreter als auch andere interessierte Studierende mitarbeiten können. Auf Basis eines Leitfadens werden sie Kritik und Verbesserungsvorschläge formulieren. Leitfragen sind unter anderen: Ist das angestrebte Kompetenzprofil des Studiengangs erkennbar und sind die Prüfungen angemessen? Ist die Stofffülle in der Regelstudienzeit zu bewältigen, wenn man bis zu 8 Wochenstunden arbeiten geht? Gibt es ausreichend Praxisbezug? Die Ergebnisse aller drei Maßnahmen werden zusammengetragen und sollen in konkrete Vereinbarungen zwischen Rektorat und Fakultäten münden.

Veränderungen zügig umsetzen

"Die RUB hat sich als Vorreiterin der Studienreform profiliert, und diese gute Position wollen wir behalten und ausbauen", sagt Prorektorin Prof. Dr. Uta Wilkens. "Auf Basis der Erfahrungen der letzten acht Jahre seit der flächendeckenden Einführung der Bachelor-Master-Programme wollen wir die durch die Studierendenproteste entstandene Aufmerksamkeit nutzen und unser Angebot jetzt optimieren. Die Sondergenehmigung des NRW-Innovationsministeriums bietet uns die Möglichkeit, Veränderungen - auch grundlegender Art - beschleunigt umzusetzen."

Weitere Informationen

Prof. Dr. Uta Wilkens, Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24745
prorektor-lehre@rub.de

Redaktion: Meike Drießen