RWTH entwickelt Hilfen für kleine Unternehmen

19.05.2010 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

AUTONMIK-Konferenz bietet Plattform für neue Generation intelligenter Werkzeuge Für kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich der Medizintechnik ergibt sich oft die Problematik, dass innovative Produkte nicht in bestehende Gesamtsysteme größerer Hersteller integrierbar sind: Die Schnittstellen sind nicht standardisiert und offen ausgelegt. Integration und Vernetzung bei der Verwendung medizintechnischer Produkte in Operationssälen werden aber immer wichtiger. Es sind jedoch in erster Linie große internationale Hersteller, die verschiedene Lösungen anbieten. Dies hat zur Folge, dass Flexibilität und Austauschbarkeit extrem eingeschränkt sind. Die Chancen für kleinere Unternehmen, mit Produkten in den Markt einzusteigen, sind daher gering. Es fehlen gemeinsame Standards für Medizinprodukte.
Dem entgegenwirken soll smartOR: Innerhalb des Projekts werden modulare Operationssysteme entwickelt, die flexibel und entsprechend der jeweiligen Anforderungen zusammengesetzt. Sie können per Internet-Technologien miteinander vernetzt werden. Der Fokus liegt dabei auf der Verbesserung von Sicherheit und Modularität von IT-Systemen in Operationssälen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit insgesamt 2,8 Millionen Euro, wovon etwa 1.350.000 Euro an die RWTH und etwa 500.000 Euro an Aachener Firmen fließen.
Bei der Auftaktkonferenz AUTONOMIK in Berlin wurde das smartOR-Projekt nun vorgestellt. Das Technologieprogramm AUTONOMIK - Autonome und simulations-basierte Systeme für den Mittelstand ist ein neuer Förderschwerpunkt des Ministeriums. Die Konferenz bot Herstellern, Dienstleistern, Wissenschaftlern, Branchenvertretern sowie Nutzern und Anwendern die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen.

Projektleiter von smartOR ist Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Radermacher, Inhaber des Lehrstuhls für Medizintechnik der RWTH Aachen. Die insgesamt acht Projektpartner und zurzeit fünf assoziierten Partner sind Forschungsinstitute, Kliniken der Maximal- und Regelversorgung sowie kleine und mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland und insbesondere der Aachener Region. Gemeinsam soll die technische Umsetzbarkeit vernetzter Medizinsysteme entwickelt und dargelegt werden. Bereits existierende Standards will man innerhalb des Projekts weiterentwickeln und mit neuen Technologien verknüpfen. So erhalten auch kleinere und mittelständische Unternehmen die Chance, neue kompatible medizintechnische Produkte auf den Markt zu bringen.

Kliniken und die in ganz Deutschland von kleinen und mittelständischen Industrieunternehmen geprägte Medizintechnikbranche werden von der erhöhten Flexibilität bei der Kombination der jeweils optimalen Systeme und Komponenten profitieren, ist sich Radermacher sicher. Im Fokus stehe aber in erster Linie der Patient selbst, zu dessen Gunsten sich eine verbesserte Qualität der medizinischen Versorgung entwickeln werde.

Gabriele Renner