UDE: DFG lobt Umsetzung der Gleichstellungsstandards

02.07.2010 - (idw) Universität Duisburg-Essen

Für den weiblichen wissenschaftlichen Forschungsnachwuchs wird an der Universität Duisburg-Essen (UDE) viel getan, mehr als an zahlreichen anderen Hochschulen bundesweit. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in einer jüngsten Stellungnahme. Danach gehört die UDE zu den Dutzend Universitäten, die unter 63 Bewerbern schon jetzt die TOP-Kategorie bei der Umsetzung der forschungsorientierten Gleichstellungsstandards erreicht. Der DFG-Bericht lobt: Ein bereits erfolgreich etabliertes Konzept wird weitergeführt und durch weitere innovative Ansätze ergänzt.

Gleichberechtigung auf allen wissenschaftlichen Ebenen

Die Gleichstellungsbeauftragte Ingrid Fitzek dazu: Ich freue mich über dieses Bestätigung unseres Vorgehens. Es beruht auf einem abgestimmten Maßnahmenpaket vom Ausbau der Kinderbetreuungsangebote über Mentoring für Nachwuchswissenschaftlerinnen bis hin zur Personalpolitik. Damit arbeiten wir gezielt daran, dass Frauen im wissenschaftlichen Qualifizierungsprozess die gleichen Chancen haben wie Männer und auf allen wissenschaftlichen Ebenen gleichberechtigt beteiligt werden.

Die Bedeutung, die auch die UDE-Hochschulleitung diesem Anliegen beimisst, zeigt sich daran, dass Gleichstellungs- und Frauenförderungsfragen in alle Instrumente zur Hochschulentwicklung und -steuerung integriert sind. Ein Beleg dafür ist die hervorragende Berufungskultur, die der Deutsche Hochschullehrerverband kürzlich der UDE bescheinigte. Sie nimmt den zweiten Platz im ersten bundesweiten Ranking zur Berufungskultur an Hochschulen ein.

Ingrid Fitzek: Aber seien wir realistisch. Trotz dieser grundsätzlich positiven Ausgangslage ist die Gleichstellung von Frauen und Männern auch an der UDE noch lange nicht verwirklicht. Sind die Männer- und Frauenanteile bei Studienbeginn und Studium noch weitgehend gleich, sinken sie ab dem Studienabschluss und mit jeder weiteren Stufe der akademischen Karriere.

Gleichstand bei Studienbeginn, ein Fünftel bei Berufungen

Über die Hälfte (52 %) der StudienanfängerInnen der UDE sind Frauen (Studienjahr 2009), bei den AbsolventInnen liegt der Frauenanteil sogar bei 56 %. Auf 44 % rutscht die Frauenbeteiligung an den abgeschlossenen Promotionen. Bei den Professuren sinkt der Frauenanteil auf 19 %, was aber oberhalb des NRW-Durchschnitts liegt. Das fünfköpfige Rektorat ist mit zwei Prorektorinnen fast quotiert und auch der Hochschulrat hat mit vier weiblichen von insgesamt zehn Mitgliedern einen guten Frauenanteil. Bei den Leitungspositionen der Fakultäten gibt es dagegen mehr Nachholbedarf: nur zwei von neun DekanInnen sind Professorinnen.

Vor diesem Hintergrund hat die UDE ihr Gleichstellungskonzept entwickelt und sich in diesem Zuge für die kommenden Jahre folgende Ziele gesetzt, die im Hochschulentwicklungsplan verankert sind:

Steigerung des Frauenanteils bei den Professuren auf mindestens 25 %,
Steigerung der Frauenanteile an den Post-Docs und Promotionen,
Ausgleich der Frauen- und Männeranteile in den Master-Studiengängen,
Gewinnung von Studentinnen für natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge,
Erhöhung der Anzahl an Frauen in Führungs- und Leitungspositionen.

Weitere Informationen: Ingrid Fitzek, Tel. 0201/183-2012, ingrid.fitzek@uni-due.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430