Eine "europäische" Sprache des Friedens? Öffentlicher Abendvortrag am Institut für Europäische Geschichte in Mainz

25.08.2010 - (idw) Institut für Europäische Geschichte

Unter dem Rubrum "Sprachen des Friedens und Friedenssprachen" widmet sich der renommierte Frühneuzeithistoriker Johannes Burkhardt in einem Vortrag am IEG Mainz den kommunikativen Dimensionen des vormodernen Friedensprozesses. Als sich im Jahre 1721 Schweden und Russland darauf einigten, im Frieden von Nystadt den "Nordischen Krieg" zu beenden, wählten sie als Vertragssprache nicht Latein, nicht Französisch, nicht Russisch oder Schwedisch, sondern Deutsch. Aber wie wurde in der Frühen Neuzeit generell über Frieden verhandelt? Der renommierte Augsburger Frühneuzeithistoriker Johannes Burkhardt widmet sich in einem öffentlichen Abendvortrag der Frage, welche Funktion der Sprache im vormodernen Friedensprozess zukam, und wie Frieden sprachlich vermittelt wurde. Johannes Burkhardt hat sich in einem vieldiskutierten Modell frühneuzeitlicher "Staatsbildungskriege" intensiv mit vormodernen Mechanismen von Krieg und Frieden beschäftigt. Er geht davon aus, dass es damals eine komplexe europaweite Übersetzungskultur gegeben hat. Friedensverträge wurden mitunter in Kolumnen zweisprachig verfasst. In manchen Verträgen wechselte die Sprache sogar. Gab es also eine "europäische Sprache" des Friedens?
Der öffentliche Abendvortrag findet im Rahmen des Kolloquiums "Frieden durch Sprache" am 1. September 2010 um 18:00 Uhr im Institut für Europäische Geschichte Mainz (Alte Universitätsstrasse 19, 55116 Mainz) statt. Das Kolloquium geht aus dem Forschungsprojekt "Übersetzungsleistungen von Diplomatie und Medien im vormodernen Friedensprozess. Europa 14501789" hervor, das seit 2009 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung am IEG Mainz, an der Staatsgalerie Stuttgart und am Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg gefördert wird.
Weitere Informationen: http://www.ieg-mainz.de