Antrittsvorlesung des Orthopäden Prof. Dr. Christoph H. Lohmann an der Medizinischen Fakultät Magdeburg

18.10.2010 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Am Freitag, dem 22. Oktober 2010, lädt die Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zur Antrittsvorlesung von Prof. Dr. med. Christoph H. Lohmann ein. Der Lehrstuhlinhaber für Orthopädie und Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik hat für seinen Vortrag das Thema Endoprothetik alter Hut, neue Herausforderung! gewählt. Die Antrittsvorlesung findet um 14.00 Uhr im Zentralen Hörsaal (Haus 22) auf dem Campus des Universitätsklinikums, Leipziger Str. 44, statt. Die Veranstaltung ist öffentlich. Interessenten und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Die Hüft- und Knieendoprothetik stellen in der orthopädischen Therapie eine der erfolgreichsten therapeutischen Möglichkeiten dar. So geben die Implantationen von künstlichen Prothesen in der größten Zahl der Fälle der Patienten eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität, der Funktion der ersetzten Gelenke sowie auch eine Schmerzfreiheit oder -linderung. Die Endoprothetik hat in den vergangenen 50 Jahren nach ihrer Etablierung, was die Kunstgelenke selbst anbelangt, nicht wirklich einen großen Wandel durchlebt. Allerdings gibt es für den orthopädischen Chirurgen seit einigen Jahren neue besondere Herausforderungen. Diese beinhalten verbesserte Kontaktflächen zwischen den Implantaten, besondere Beschichtungen zur Verbesserung der Einheilung der Implantate im Körper, neue Implantations- und operative Zugangsmethoden oder auch die Optimierung der Wechselendoprothetik. Diese neuen Methoden werden zudem noch unterstützt durch Instrumente, wie die Navigation oder ähnliches. Darüber hinaus wird der Operateur im Rahmen der gesundheitsökonomischen- und politischen Zwänge immer neuen Strukturen ausgesetzt, die adressiert werden sollen.

Zur Person: Prof. Dr. med. Christoph H. Lohmann, Jahrgang 1967, ist seit dem 1. April 2010 Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg und Lehrstuhlinhaber für Orthopädie der Medizinischen Fakultät. Vor seiner Berufung an die Otto-von-Guericke-Universität arbeitete der gebürtige Göttinger seit 2001 am Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg (UKE). Ende 2003 wurde er dort zum C3-Professor berufen. Anfang 2006 übernahm er zusätzlich die Funktion des stellvertretenden Chefarztes der Orthopädie an der Rheumaklinik Bad Bramstedt.

In seiner klinischen Arbeit kann Prof. Lohmann auf umfassende Erfahrungen in der Endoprothetik und der rekonstruktiven Gelenkchirurgie verweisen, aber auch auf den Gebieten der Tumororthopädie, Rheumaorthopädie und Kinderorthopädie. Die Anerkennung für seine Leistungen zeigt sich auch in der jüngsten FOCUS-Ärzteliste, in der Christoph Lohmann unter den deutschlandweiten Hüftspezialisten aufgeführt ist. Seine besonderen Schwerpunkte sind hierbei die Verankerung von zementfreien Endoprothesen und neue Prothesendesigns, die Vermeidung bzw. Diagnose und Therapie von Prothesenlockerungen sowie die Effekte von Verschleißprodukten.

Seine fachliche Aufmerksamkeit richtet Professor Lohmann auch auf die Begleitung moderner Entwicklungen aus der Forschung und ihren Transfer in die klinische Praxis. Dies betrifft hauptsächlich folgende Fachgebiete: Gender-Knieprothesen, hypoallergene Knieimplantate, neuartige minimal-invasive Hüftschaftdesigns, biokompatible Implantatoberflächen sowie die Prothesengestaltung zur zementfreien Verankerung von Tumorendoprothesen.
Zu seiner wissenschaftlichen Tätigkeit gehören beispielsweise Untersuchungen zur Regulation von Knochenzellen durch Implantate, des Weiteren zur Vermeidbarkeit von Allergien auf Implantate, die Weiterentwicklung der Regenerativen Medizin/ Tissue Engineering und von Verfahren zum Knochen- und Knorpelersatz. Außerdem widmet er sich Schadensfallanalysen von Endoprothesen und der Therapie von Knochendefekten.