Tumorzentrum zum Partner im Deutschen Konsortium Translationale Krebsforschung gewählt

09.11.2010 - (idw) Universitätsklinikum Freiburg

Am gestrigen Montag, 8. November 2010, gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Vorentscheidung über die Partner im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung bekannt: Eines der ausgewählten universitären Krebszentren ist das Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer Comprehensive Cancer Center des Universitätsklinikums Freiburg (CCCF), das seit 2006 exzellente Arbeit auf dem Gebiet leistet. Insgesamt wird das Konsortium mit jährlich 33 Millionen Euro finanziert. Das BMBF hatte im Mai dieses Jahres den öffentlichen Teilnahmewettbewerb für den Aufbau der Deutschen Gesundheitszentren eröffnet und internationale Gutachter mit der Auswahl betraut. Der erfolgreiche Antrag aus Freiburg für ein Translationales Krebsforschungszentrum Freiburg wurde von der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gemeinsam mit der Fakultät für Biologie, der Fakultät für Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften, der Technischen Fakultät und dem Max-Planck-Institut für Immunbiologie gestellt.

Das Ziel des Translationalen Krebsforschungszentrums Freiburg im Deutschen Konsortium Translationale Krebsforschung ist es, innovative Strategien gegen Krebs zu entwickeln. Um die vor Ort vorhandenen Stärken zu bündeln, wird sich das neue Krebsforschungszentrum auf die Felder Lungen-, Brust- und Prostatakrebs sowie Leukämien und deren Vorstufen konzentrieren. Die Entwicklung innovativer Therapien ist eine besondere Stärke des Standorts Freiburg, so der Kommissarische Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, Professor Jörg Rüdiger Siewert. Die Forschung im Netzwerk wird zur schnelleren Verbesserung der Therapien beitragen und den Patientinnen und Patienten, die nach einem strikt interdisziplinären Konzept behandelt werden, direkt zugute kommen.

Das Freiburger Zentrum wird auf drei hoch interaktiven Säulen erfolgreicher Krebsforschung in Freiburg fußen: den onkogenen Signalwegen, der Krebs-Epigenetik und der funktionellen Bildgebung. Vier Aufgaben stehen dabei im Mittelpunkt:

die Identifizierung molekularer Mechanismen der Krebsentstehung und potenzieller therapeutischer Angriffsziele,
die Überprüfung molekularer Kontrollmechanismen in Zell- und Tiermodellen,
die Entwicklung maßgeschneiderter Instrumente der Bildgebung zur Verfolgung der Angriffsziele und die entsprechende Überprüfung des therapeutischen Erfolgs in Tiermodellen und beim Menschen
sowie die Übertragung der molekularen Prinzipien auf innovative therapeutische Strategien und deren Überprüfung in präklinischen und klinischen Studien.

Das Translationale Krebsforschungszentrum Freiburg baut mit seiner Arbeit im Konsortium auf erfolgreiche Programme der Grundlagen- und translationalen Krebsforschung am Standort auf. Dazu gehören beispielsweise Programme zur Erforschung molekularer Mechanismen der Metastasenentstehung, zur Entwicklung gezielter Therapien des Prostatakarzinoms und verschiedener Leukämien sowie zur Entwicklung neuer bildgebender Verfahren, so Professor Thomas Brabletz, Direktor für Forschung am Freiburger Comprehensive Cancer Center. Auch die bereits existierenden Kooperationen mit dem DKFZ in Heidelberg und den anderen kooperierenden Standorten sollen nun zum Nutzen aller weiter gestärkt werden.

Insgesamt hatten sich bundesweit 17 Universitätskliniken beworben. Die Entscheidung des international besetzten Gutachtergremiums fiel auf die Universitätskrebszentren in Berlin, Dresden, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg, München und Tübingen.

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Brabletz
Direktor für Forschung
Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF)
Tel.: 0761 270-2577
E-Mail: thomas.brabletz@uniklinik-freiburg.de