100. Niere im Jahr 2010 transplantiert

20.12.2010 - (idw) Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

Universitätsklinikum Frankfurt gehört zu den größten Transplantationszentren Deutschlands Am Klinikum der J.W. Goethe-Universität ist am 11. Dezember die 100. Niere im Jahr 2010 transplantiert worden. Die Zahl hat sich im Vergleich zu den 69 Transplantationen aus dem Vorjahr deutlich erhöht. Mit diesem Quantum ist das Universitätsklinikum nicht nur das größte Transplantationszentrum Hessens, sondern gehört in diesem Jahr zu den zehn größten Zentren bundesweit.

Von den 100 Transplantationen waren 14 Lebendspenden und davon zwei Blutgruppen-inkompatible Transplantationen. Spender und Empfänger der Niere haben in diesem Fall unterschiedliche, nicht passende Blutgruppen, was das Risiko einer Abstoßung des gespendeten Organs erhöht. Laut Prof. Dr. Ingeborg Hauser, Leiterin der Nierentransplantation im Funktionsbereich Nephrologie, hat eine so genannte Konditionierung in beiden Fällen eine erfolgreiche Transplantation ermöglicht. Dabei wird vier Wochen vor der Transplantation mit einer speziellen immunsuppressiven Therapie des Empfängers begonnen. Zusätzlich werden die Blutgruppenantikörper mit einem maschinellen Verfahren, der Immunadsorption, entfernt.
Des Weiteren wurden zehn simultane Pankreas-Nieren-Transplantationen und zwei kombinierte Leber-Nieren-Transplantationen durchgeführt.

Im Hinblick auf die langen Wartezeiten von durchschnittlich sieben Jahren auf ein neues Organ ist die hohe Zahl an Transplantationen besonders erfreulich. Wir freuen uns, so vielen Menschen eine neue Niere implantiert zu haben, denn jede Woche, die während der Wartezeit vergeht, bedeutet eine schlechtere Lebensqualität für die Patienten, so Prof. Dr. Wolf Otto Bechstein, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG). Der diesjährige Erfolg geht jedoch nicht allein auf die Arbeit der Ärzte am Universitätsklinikum zurück. Im Namen der Patienten möchten wir uns hiermit für die Mithilfe der Transplantationsbeauftragten in den Spenderkrankenhäusern und der engagierten Ärzte auf den Intensivstationen bedanken. Unser besonderer Dank gilt den Angehörigen der Organspender, die einer Spende im Namen der Verstorbenen zugestimmt haben, so Priv.-Doz. Dr. Frank Ulrich, der in der Klinik von Prof. Bechstein den Schwerpunkt Chirurgische Onkologie und die Chirurgische Nierentransplantation leitet.

Das Universitätsklinikum Frankfurt hat eine über 40-jährige Tradition in der Nierentransplantation. 1968 wurde die erste postmortal gespendete Niere transplantiert und 1973 die erste Lebendspende durchgeführt. Bis heute haben 2.266 nierenkranke Patienten ein Transplantat erhalten, davon über 250 Lebendspenden. Seit 2003 werden auch routinemäßig simultane Pankreas-Nieren-Transplantationen vorgenommen und seit 2006 Blutgruppen-inkompatible Lebendspenden. Die Nierentransplantation ist eine interdisziplinäre Leistung der Nephrologie unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut Geiger und der Allgemein- und Viszeralchirurgie, geleitet von Prof. Dr. Wolf Otto Bechstein. Zahlreiche weitere Institute und Kliniken haben Anteil an den erfolgreichen Nierentransplantationen. So findet die prä- und postoperative Betreuung der Patienten auf der nephrologischen Transplantationsstation statt. Die Vorbereitung zur Transplantation und der Lebendspende ging in diesem Jahr aus dem Kuratorium für Heimdialyse in die Klinik für Nephrologie über. Den chirurgischen Part einer Transplantation übernahm die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie von der Klinik für Urologie, die bis letztes Jahr zuständig war.

Der Erfolg und Aufschwung in der Nierentransplantation ist auch der Arbeit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) der Region Mitte zu verdanken. Mit einer Quote von circa 18 Spendern pro Million Einwohnern steht die Region Mitte dieses Jahr an zweiter Stelle in Deutschland.

Frankfurt am Main, 20. Dezember 2010

Über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität
Das Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main, gegründet im Jahr 1914, zählt zu den führenden Hochschulkliniken Deutschlands. Es bietet seinen Patientinnen und Patienten eine bestmögliche medizinische Versorgung in 25 Fachkliniken. Der enge Bezug zur Wissenschaft Klinikum und Fachbereich Medizin betreiben zusammen 25 Forschungsinstitute sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die therapeutische Praxis. 1.169 Betten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Institute widmen sich medizinisch-wissenschaftlichen Spezialleistungen. Jährlich werden 47.200 stationäre und 220.000 ambulante Patienten betreut. Besondere interdisziplinäre Kompetenz besitzt das Universitätsklinikum unter anderem auf den Gebieten der Neurowissenschaften, Onkologie und kardiovaskulären Medizin. Auch als Standort für Organ- und Knochenmarktransplantationen, Dialyse sowie der Herzchirurgie nimmt es besondere Aufgaben der überregionalen medizinischen Versorgung wahr. Neben der Herzchirurgie besteht beim Versorgungsauftrag nach dem Hessischen Krankenhausgesetz auch in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, der Dermatologie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Alleinstellungsmerkmal für die Region Frankfurt-Offenbach. 4.055 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patientinnen und Patienten. Weitere Informationen über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität finden Sie unter http://www.kgu.de.

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Medizinische Klinik III, Funktionsbereich Nephrologie
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