Der Countdown läuft: Noch zehn Tage bis zum 1. Wissenschaftsmarkt

29.05.2002 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

"Wissenschaft zum Anfassen" wird beim 1. Wissenschaftsmarkt der Universität Heidelberg am 8. Juni 2002 auf dem Universitätsplatz vorgestellt - Mit der Chemie der Atmosphäre befasst sich das Institut für Umweltphysik - Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen

Über unseren Köpfen kreisen Satelliten, welche die Atmosphäre und die Erde in vielfältiger Weise global einheitlich vermessen. Unter anderem können somit regionale Unterschiede, zeitliche Trends und besondere Ereignisse untersucht werden. Einen Einblick in diese Technik und deren Bedeutung für den Menschen zeigt die Satellitengruppe des Instituts für Umweltphysik der Universität Heidelberg auf dem Wissenschaftsmarkt der Universität am 8. Juni auf dem Uniplatz.

Seit 1995 liefert der europäische Satellit ERS-2 dem Institut für Umweltphysik Daten über die Spurenstoffkonzentrationen verschiedener Gase aus den Spektren des von der Erde reflektierten Sonnenlichts. Die Forscher erstellen daraus Karten der weltweiten Stickoxidbelastung und dokumentieren damit die Unterschiede zwischen natürlichen und menschlich erzeugten Quellen des Gases. "Wir zeigen dem Publikum des Wissenschaftsmarktes von dem Satelliten aufgenommene Filme von verschiedenen Regionen der Erde", erklärt der Projektleiter Steffen Beirle. So werden die Waldbrände bei Sydney oder Industriezonen in Mitteleuropa oder den USA von oben aus betrachtet und die dort erhöhte Konzentration von Stickoxiden (NOx) aufgezeigt. Posterwände und Mitarbeiter des Instituts erklären dem Besucher ausführlich die weiteren Projekte, die unter dem Motto "NOx from Space" zusammengefasst sind. Ein langfristiges Ziel der Arbeitsgruppe ist es, den Einfluss des Menschen auf die Zusammensetzung unserer Atmosphäre zu ermitteln.

Mit den Auswertungen von Satellitendaten könnte auch angedacht werden, die Stickoxid-Emissionen der Industrienationen zu überwachen, spekuliert Beirle und setzt auf zukünftige Messdaten eines zweiten Satelliten. Der im März gestartete europäische Forschungssatellit ENVISAT soll noch mehr Gase in besserer Auflösung bestimmen.

Unsere Luft wird nicht nur von oben durchleuchtet. In einem zweiten Projekt des Instituts wird anhand einer Messapparatur gezeigt, wie vom Erdboden aus die Konzentration von Spurengasen bestimmt wird. Leiter des Projekts "Unsere Luft wird durchleuchtet" ist Dr. Gerd Hönninger, dessen Arbeit sich mit der Beeinflussung der Umgebungsluft durch den Menschen befasst. Ein Beispiel hierzu ist der Sommersmog, den jeder schon am eigenen Leib erfahren hat. Neben vielen Abbildungen und Erklärungen ist auch ein interaktiver Teil vorgesehen. "In einem Glasbehälter haben wir ein atmosphärisches Gas eingeschlossen, das mit einer angeschlossenen Lichtquelle durchleuchtet und das erhaltene Spektrum anhand von Vergleichsspektren am Computer identifiziert werden kann", erläutert Hönninger den Messaufbau.

Der Besucher kann von insgesamt vier Spurengasen den spektralen Fingerabdruck per Knopfdruck ermitteln. Dabei werden das Messverfahren erklärt und weitere Informationen zu den einzelnen Gasen vermittelt. Die Arbeiten der Forscher des Instituts für Umweltphysik machen Unsichtbares sichtbar und tragen somit dazu bei, unsere Welt wieder ein Stückchen begreifbarer zu machen.

Georg Sposny

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