Konzept der Goethe-Universität überzeugt beim "Qualitätspakt Lehre"

17.05.2011 - (idw) Goethe-Universität Frankfurt am Main

Im bundesweiten Wettbewerb zur Verbesserung der Lehre gehört die Goethe-Universität zu den erfolgreichen Hochschulen: Für die Universität Frankfurt werden bis zu 21 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren erwartet. Davon profitieren vor allem Studierende in den ersten Semestern. Die Gewinner des Programms des Bundes und der Länder für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre, das bis 2020 mit insgesamt zwei Milliarden Euro dotiert ist, wurden auf der heutigen Pressekonferenz der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bundesministerin Prof. Annette Schavan und GWK-Vorsitzendem Prof. E. Jürgen Zöllner bekanntgegeben. Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl zeigte sich hoch erfreut über das erfolgreiche Abschneiden der Goethe-Universität beim Qualitätspakt Lehre. Damit kann schon ab dem nächsten Wintersemester das Frankfurter Konzept Starker Start ins Studium umgesetzt werden. In der Studieneingangsphase werden die Weichen für ein erfolgreiches Studium gestellt, so Müller-Esterl. Mit Hilfe der zusätzlichen Mittel können wir die Betreuungssituation verbessern. Rund 50 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem erhöhten Lehrdeputat und drei Professuren, die wir vorzeitig besetzen, werden helfen, die angespannte Situation zu Studienbeginn zu entlasten. Mittelfristig könne so auch die Quote der Studienabbrecher gesenkt werden.

Seit einigen Jahren beobachten Professoren und Bildungsexperten, dass Abiturienten mit zunehmend unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorkenntnissen an die Universität kommen. Hier setzt die Goethe-Universität mit ihrem Konzept Starker Start ins Studium an; das Lehr- und Betreuungsangebot fokussiert die besonderen Bedürfnisse in der Studieneingangsphase: In Brückenkursen haben die Studierenden beispielsweise die Chance, Defizite auszugleichen. Da sich Studienanfänger häufig nicht als Person wahrgenommen fühlen und über mangelnde soziale Kontakte klagen, soll in kleineren Lerngruppen die individuelle Betreuung verbessert werden. Uns liegt in dieser Einstiegsphase besonders daran, dass unsere Studierenden die methodischen und fachlichen Grundkompetenzen erwerben, die ihnen ein selbstbestimmtes und forschungsorientiertes Studium ermöglichen, sagt Prof. Dr. Tanja Brühl, die als Studiendekanin des Fachbereichs Gesellschaftswissen-schaften maßgeblich an dem erfolgreichen Konzept mitgearbeitet hat.

In vier neuen Zentren in den Sozialwissenschaften, den Geisteswissenschaften, den Naturwissenschaften sowie in der Lehrerbildung arbeiten die jeweiligen Fachbereiche zukünftig zusammen, um wissenschaftliche Basiskompetenzen besser zu vermitteln. Die naturwissenschaftliche Grundausbildung in Mathematik, Physik, Chemie und auch in der Biologie ist fundamentaler Bestandteil aller naturwissenschaftlichen Studiengänge. In einem solchen Zentrum können wir enger kooperieren, um so die Basisausbildung für alle Studierende in den Naturwissenschaften zu verbessern, sagt Dr. Sabine Monz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dekanat des Fachbereichs Biochemie, Chemie und Pharmazie. Ein wichtiges Ziel ist es dabei auch, die hohen Durchfallquoten in der Grundlagenausbildung deutlich zu senken.

Gute Lehre steht und fällt mit dem Fachwissen, aber auch den didaktischen Fähigkeiten der Lehrenden, so Prof. Holger Horz, Leiter des Interdisziplinären Kollegs für Hochschuldidaktik (IKH) der Goethe-Universität. Das Konzept starker Start ins Studium setzt auf eine fachnahe didaktische Qualifizierung der Lehrenden vom Tutor bis zum Professor, deshalb werden die neuen Zentren eng mit dem IKH zusammenarbeiten. Was in den vergangenen Monaten in den Bologna-Werkstätten und den regelmäßigen Treffen der Studiendekane an der Goethe-Universität an Ideen angestoßen wurde, haben die an dem Antrag Beteiligten, darunter Professoren, Studierende und Mitarbeiter aus den Fachbereichen und der Verwaltung, in dieses erfolgreiche Konzept eingebracht, sagt Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl. Sie leitet die neue Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, in der der Antrag koordiniert wurde. Solche Kommunikationsforen werden die Umsetzung des Konzepts Starker Start ins Studium auch in Zukunft begleiten. Wenn die Gutachter 2016 der Umsetzung gute Noten geben, können nochmals 21 Millionen Euro bis 2020 bewilligt werden.

Das Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre ergänzt als dritte Säule die bereits 2007 verabschiedeten und im vergangenen Jahr fortgesetzten ersten beiden Säulen des Hochschulpaktes 2020: Die erste Säule zielt auf die Aufnahme zusätzlicher Studienanfänger; Gegenstand der zweiten Säule sind Programmpauschalen für DFG-geförderte Forschungsprojekte. Die dritte Säule des Hochschulpaktes wird zur Verbesserung der Studienbedingungen, zur Weiterentwicklung guter Lehre und zur Sicherung der Erfolge der Studienreform beitragen. Die drei Programmsäulen schaffen damit wichtige Voraussetzungen zur Förderung der Hochschulen in ihrem gesamten Aufgabenspektrum. Im Juni 2010 gaben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder grünes Licht für das Programm der dritten Säule, das bis zum Jahr 2020 rund zwei Milliarden Euro bereitstellt. Die Auswahl der Vorhaben erfolgte in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren; zwölf im Bereich der Hochschullehre ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Hochschulmanagement und Studierendenschaft urteilen über die Förderwürdigkeit der Anträge. 204 Universitäten haben in der ersten Runde einen Antrag gestellt, 111 Hochschulen wurden jetzt ausgewählt darunter in Hessen neben der Goethe-Universität die Technische Universität Darmstadt, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt sowie die Hochschule Fulda.

Informationen: Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident für Lehre, Telefon (069) 798 - 22242; Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Leiterin Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Telefon: (069) 798 22341, schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de