Forschungserfolg für die Region Hannover

31.05.2002 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Deutsche Forschungsgemeinschaft belohnt exzellente Arbeit mit zwei neuen Sonderforschungsbereichen - in den ersten drei Jahren gibt sie 9 Millionen Euro

Am 29. Mai hat der Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) der Einrichtung von zwei Sonderforschungsbereichen (SFBs) zugestimmt, an denen die Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF), Braunschweig, die Universität Hannover und die Fraunhofer Gesellschaft beteiligt sind. Sprecherhochschulen beider SFBs ist die MHH. Die Projekte beginnen am 1. Juli 2002.

Die Gründung eines Sonderforschungsbereichs setzt erfolgreiche Vorarbeiten und die Konzentration vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen auf eine gemeinsame Thematik in einer Region voraus. Die beiden neuen SFBs beschäftigen sich mit Erkrankungen der Schleimhaut.


Schwerpunkt Darmentzündungen

Der Sonderforschungsbereich 1922 "Pathobiologie der intestinalen Mukosa" befasst sich mit krankhaften Vorgängen an der Darmschleimhaut, der größten Schleimhaut-oberfläche des Körpers. Sie steht in ständigem Kontakt mit einer Unzahl von Bakterien und Viren und verhindert deren Eindringen in die Blutbahn oder das Gewebe. Ziel des SFBs: Die Wechselwirkungen solcher Mikroorganismen mit der Schleimhautoberfläche und die dabei beteiligten zellulären sowie immunologischen Vorgänge aufzuklären. Dies soll zu einem besseren Verständnis entzündlicher Darmerkrankungen verhelfen und damit zu einer besseren Diagnostik und Therapie. Insbesondere möchten die Forscherinnen und Forscher die Wirkungsweise von Probiotika ergründen - das sind "gute" Bakterien, die die gesunden Bedingungen im Darm fördern und seine Abwehrbereitschaft stärken.

Der SFB 1922 umfasst 22 Teilprojekte in der MHH, der TiHo und der GBF. Sprecher ist Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der MHH. In den ersten drei Jahren wird der SFB mit 5,38 Millionen Euro unterstützt. Hiermit können insgesamt Arbeitsplätze für 23 Wissenschaftler sowie 15 technische Angestellte geschaffen werden. Die maximale Förderungsdauer eines SFBs beträgt zwölf Jahre.


Schwerpunkt entzündliche Lungenerkrankungen

Im Sonderforschungsbereich 1921 "Immunreaktionen der Lunge bei Infektion und Allergie" soll untersucht werden, wie Bakterien, Viren und Pilze an der Schleimhaut der Bronchien anhaften und auf welche Weise Abwehrzellen im Atemtrakt gesteuert werden. Ziel dieses SFBs ist es, wirkungsvolle Impfungen und Behandlungen von Infektionen und Allergien wie beispielsweise Asthma bei Menschen zu erreichen. Ein weiterer Aspekt sind Lungenerkrankungen bei landwirtschaftlichen Nutztieren.

In 14 Teilprojekten werden die Themen in der Grundlagenforschung und Klinik der MHH, in der TiHo, im Fraunhofer-Institut für Toxikologie, Aerosolforschung, Pharmaforschung und Klinische Inhalation in Hannover, in der GBF und der Universität Hannover bearbeitet. Sprecher ist Professor Dr. Reinhard Pabst, Abteilung Funktionelle und Angewandte Anatomie der MHH. Für die erste Förderperiode stellt die DFG rund 3,7 Millionen Euro bereit und schafft damit ebenfalls zusätzliche Arbeitsplätze für wissenschaftliche und technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Weitere Informationen geben gern
· Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Telefon: (0511) 532-6769, für den SFB "Pathobiologie der intestinalen Mukosa", sowie
· Professor Dr. Reinhard Pabst, Telefon: (0511) 532-6740, für den SFB "Immunreaktionen der Lunge bei Infektion und Allergie".