Feierliche Eröffnung des 2. Studienjahres der Deutschsprachigen Andrássy-Universität

30.08.2003 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Am 1. September 2003 in Budapest - Für die Landesregierung, die Universität Heidelberg und die Landesstiftung ist das Projekt der Andrássy-Universität faszinierend - Erfolgreiche Bilanz nach Ablauf des ersten Jahres

Die Andrássy Deutschsprachige Universität Budapest hat im September 2002 den Studienbetrieb aufgenommen. Sie ist eine postgraduale ungarische Universität, mit dem Auftrag, eine aus Ost- und West stammende Elite für Führungsaufgaben in internationalen Angelegenheiten in deutscher Sprache heranzubilden. Gründungspartner sind neben Ungarn, die Republik Österreich, das Land Baden-Württemberg und der Freistaat Bayern. Die Partneruniversität der Andrássy-Universität in Baden-Württemberg ist die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Die Universität Heidelberg wirkt im Auftrag der Landesstiftung Baden-Württemberg am Aufbau der Deutschsprachigen Universität mit und fördert insbesondere den Studiengang "Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften". Die Landesstiftung Baden-Württemberg betrachtet die Gründung der Andrássy-Universität als Beitrag zur Völkerverständigung und zum Zusammenwachsen des vereinten Europas.

Zu Beginn des zweiten Studienjahres, das am 1. September 2003 in Budapest feierlich eröffnet wird, kann die Deutschsprachige Andrássy-Universität auf eine äußerst positive Bilanz ihrer postgradualen Ausbildung verweisen:

- Das erste Probejahr 2002/03 der Universität wurde mit 57 Studierenden erfolgreich absolviert.
- Für das zweite Studienjahr 2003/04 liegen so viele Anmeldungen vor, dass die Kapazität auf 100 Studierende pro Jahr erhöht wurde.
- Für den Studiengang "Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften" werden im zweiten Studienjahr rund 25 Studierende erwartet.
- Rund 25 Prozent der Studierenden werden aus den deutschsprachigen Partnerländern kommen.
- Eine Doktorandenschule der Andrássy-Universität (orientiert am Vorbild des Europäischen Graduiertenkollegs in Krakau, das von den Universitäten Heidelberg, Mainz und Krakau gemeinsam getragen wird) ist in Vorbereitung.
- Das repräsentative Festetics-Palais im Zentrum von Budapest (und in unmittelbarer Nachbarschaft der Eötvös-Lorand-Universität/ELTE) wurde im August von der Andrássy-Universität bezogen.


Die Andrássy-Universität stützt sich auf eine starke Beteiligung der deutschsprachigen Partner. Die Länder Baden-Württemberg, Bayern und Österreich wurden zur Mitwirkung in all den Bereichen eingeladen, in denen Ungarn in 40 Jahren Kommunismus das wissenschaftliche, das institutionelle und das rechtliche Fundament verloren gegangen war. Die Landesregierung Baden-Württemberg hat Herrn Wissenschaftsminister a. D. Klaus von Trotha im Dezember 2001 zum Beauftragten für den Aufbau der Andrássy-Universität ernannt. Für die Landesregierung, die Universität Heidelberg und die Landesstiftung ist das Projekt der Andrássy-Universität faszinierend. Es eröffnet die großartige Chance, die deutsche Sprache als Kommunikations- und Wissenschaftssprache und die positive Wahrnehmung der deutschsprachigen Kultur in Mittelosteuropa in einer sich vernetzenden Welt zu stärken.

Die Grundlage des Engagements in Baden-Württemberg schafft die gemeinnützige Landesstiftung Baden-Württemberg. Die Landesstiftung betrachtet die Andrássy-Universität als Wegbereiter für das zusammenwachsende vereinte Europa, wobei ihr besonderes Augenmerk all jenen Bereichen gilt, in denen sich die Europäische Gemeinschaft als Rechtsgemeinschaft begreift. Im Mittelpunkt steht deshalb die Mitgestaltung des Studiengangs "Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften" durch die Juristische Fakultät der Universität Heidelberg, die wichtige Teile des Studiengangs nach Budapest exportiert hat. Dies geschieht durch die Entsendung von zwei Professoren mit den Schwerpunkten Europarecht und Zivilrecht / Wirtschaftsrecht und durch die Bereitstellung von bis zu zehn "Baden-Württemberg-Stipendien" für deutschsprachige Studierende. Die Landesstiftung stellt dafür in den Jahren 2002 bis 2006 jeweils 255.000 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus ist es gelungen, weitere Sponsoren zu gewinnen (Deutsche Nationalstiftung, Robert Bosch Stiftung, Greve Stiftung Hamburg).

Die juristische Ausbildung an der Andrássy-Universität erfolgt nach den an der Universität Heidelberg gültigen Qualitätsstandards. Aufgrund dieser Kooperation kann die Andrássy-Universität Grade auch in deutscher Sprache verleihen, die dann in Deutschland in der Originalform geführt werden dürfen. Mit dem Export eines deutschsprachigen Studienganges ins Ausland ist ein deutlicher Deutschlandbezug verbunden, eine begleitende Vermittlung der deutschen Sprache und - im vorliegenden Fall - die stete Fürsorge der deutschsprachigen Länder für die einzige deutschsprachige Universität in Mittel- und Osteuropa.

Die Andrássy-Universität Budapest ist eine ungarische Institution. Sie wurde als Hochschule, die von einer öffentlichen Stiftung getragen wird, durch ungarisches Gesetz vom 19. Juni 2001 (LXVI/2001; in Kraft getreten am 14. Juli 2001) und Gründungsurkunde vom 1. September 2001 errichtet. Sie hat die Aufgabe, postgradual eine aus Ost- und Westeuropa stammende Führungselite in deutscher Sprache heranzubilden, die im zusammenwachsenden Europa Spitzenpositionen auf nationaler und internationaler Ebene, in staatlichen Einrichtungen, internationalen Unternehmen und in Institutionen der Europäischen Union wahrnimmt.

Die zugrundeliegende Konzeption wurde durch eine von der sog. Ulmer Gipfelerklärung vom 22. Februar 2001 (Gemeinsame Erklärung der Ministerpräsidenten der Republik Ungarn, des Bundeskanzlers der Republik Österreich, des Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern und des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg) eingerichtete internationale Arbeitsgruppe im September 2001 konkretisiert. Sie ist auf eine deutschsprachige Elite-Universität mit einem zweijährigen postgradualen Aufbaustudiengang ausgerichtet, die Studierende aus dem Kreis der besten Hochschulabsolventen eines Jahres aus Ungarn, den deutschsprachigen Ländern und den Staaten Mittel- und Osteuropas zusammenführt. Die Kapazität ist auf 75 bis 100 Studierende pro Studienjahr ausgelegt, die zu je einem Drittel aus Ungarn, den deutschsprachigen Ländern sowie aus den mittel- und osteuropäischen Ländern kommen sollen. Die Andrássy-Universität gliedert sich in drei Fakultäten:

- Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften;
- Internationale Beziehungen (Diplomatie, Wirtschaft);
- Mitteleuropäische Studien.

In diesem Rahmen werden drei jeweils zweijährige Magisterstudiengänge angeboten. Vorgesehen ist, dass bei entsprechenden Vorleistungen das Studium auch in einem Jahr abgeschlossen werden kann.

Bewerbungen aus Baden-Württemberg sind direkt an die Andrássy-Universität in Budapest zu richten. Und zwar an folgende Adresse:

Andrássy Egyetem Festetics-Palais
Pollack Mihály tér 3
1088 Budapest
E-Mail: uni@andrassyuni.hu
Fax: 00361-266-3099

Auskünfte zu den "Baden-Württemberg-Stipendien - AUB" der Landesstiftung
können über die Akademischen Auslandsämter der baden-württembergischen
Universitäten oder über die Koordinierungsstelle in Heidelberg (e-mail: gerke@zuv.uni-heidelberg.de) eingeholt werden.

Rückfragen zur Universität Heidelberg bitte an:
Dr. Michael Schwarz, Pressesprecher
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse