Internationale Händel-Tagung in Halle

31.05.2011 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Händel und Dresden. Italienische Musik als europäisches Kulturphänomen ist der Titel einer großen Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz vom 6. bis 8. Juni in Halle. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Konferenz wird von der Abteilung Musikwissenschaft des Instituts für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), der Stiftung Händel-Haus Halle und der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft (Internationale Vereinigung) e. V. im Rahmen der Händel-Festspiele 2011 veranstaltet und ist zugleich Teil des Forschungsprogramms des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA). An der dreitägigen Konferenz im Kammermusiksaal des Händel-Hauses nehmen die international bedeutendsten Händel-Experten teil. Es ist die weltweit größte wissenschaftliche Veranstaltung zu Händel in diesem Jahr, zu der mehr als 80 Teilnehmer aus aller Welt erwartet werden. Mehr als die Hälfte der 27 Referentinnen und Referenten kommt aus dem europäischen Ausland sowie den USA und Australien. Sie werden sich einerseits über die Verbindungen und Beziehungen zwischen Händel und der Stadt Dresden im 18. Jahrhundert austauschen, andererseits aber eine daran gekoppelte weiter gefasste Fragestellung bearbeiten: die nach der pan-europäischen Dominanz der italienischen Musik im 18. Jahrhundert.

Besonderen Aufschluss von der Konferenz erwarten sich die Wissenschaftler über die Kommunikations- und Transfernetze, die die Dominanz der italienischen Musik etablierten und festigten. Unter anderem soll diskutiert werden, wie sich die italienische Musik in den Händen von Musikern jenseits der Alpen wandelte, so der Präsident der Internationalen Händel-Gesellschaft und Professor für Historische Musikwissenschaft an der MLU, Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann: Händel komponierte in London teilweise auf die gleichen Libretti italienische Opern wie sein italienischer Kollege Antonio Lotti, der in Dresden wirkte; dennoch ist seine dramaturgische und kompositorische Vorgehensweise eine völlig andere.

Bereits am Samstag, 4. Juni, referiert um 10.00 Uhr im Stadthaus am Markt Prof. Dr. Michael Walter, Musikwissenschaftler an der Karl-Franzens-Universität Graz zum Thema Musik und Fest: Die Dresdner Fürstenhochzeiten von 1719. Händel hatte diese spektakulären Festlichkeiten besucht, um die bedeutenden Sängerinnen und Sänger, die damals in Dresden wirkten (allen voran der viel bewunderte Kastrat Senesino), nach London abzuwerben.

Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Dauer der Tagung: 6. Juni 2011, 9 Uhr bis 8. Juni 2011, 17 Uhr

Ansprechpartner zu dieser Pressemitteilung:

Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann
Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Telefon: 0345 55 24550
Email: wolfgang.hirschmann@musikwiss.uni-halle.de Weitere Informationen: http://www.haendelhaus.de