forschung SPEZIAL GESUNDHEIT: Vom Labor über das Krankenbett in den Alltag

03.06.2011 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Sonderausgabe des DFG-Magazins zum Wissenschaftsjahr 2011 - Forschung für unsere Gesundheit / Wissenschaftler geben Einblicke in aktuelle Themen und Ergebnisse der Gesundheitsforschung Volks- und Zivilisationsleiden wie Diabetes, Adipositas und Depressionen kennt jeder. Doch was ist über seltene Krankheiten bekannt, die nur sehr wenige Patienten betreffen mal ein Dutzend, mal Tausend, mal nur einen Einzigen? Lange Zeit standen sie im Abseits der medizinischen Forschung. Dabei gibt es mindestens 4000 solcher Krankheitsraritäten, an denen alleine in Deutschland insgesamt drei bis vier Millionen Menschen leiden.

Wie können diese Erkrankungen besser und vor allem schneller diagnostiziert werden? Und mit welchen Therapie-Optionen kann den Betroffenen geholfen werden? Antworten auf diese Fragen gibt nun der renommierte Kinderheilkundler und Leibniz-Preisträger Professor Christoph Klein in einer Sonderausgabe des Magazins forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die soeben zum Wissenschaftsjahr 2011 Forschung für unsere Gesundheit erschienen ist.

Die große Last der seltenen Leiden ist der Titel von Kleins Beitrag in der forschung SPEZIAL GESUNDHEIT, der umfangreiche Studien aus der Grundlagenforschung und der klinischen Anwendung zusammenführt. Zentrale Aussage: Die Mehrzahl der seltenen Leiden dürfte auf Defekte in einem einzigen Gen zurückgehen, also auf minimale Webfehler im Erbgut. Erst wenn die Aufdeckung der molekularbiologischen Krankheitsmechanismen gelingt, können neue Behandlungsperspektiven in den Blick kommen. Doch nicht nur für die Patienten ist die Erforschung dieser Krankheiten von eminenter Bedeutung, sie kann auch zu einem tieferen Verständnis grundlegender Vorgänge im Organismus insgesamt beitragen.

So wie der mit eindrucksvollen Bildern illustrierte Beitrag von Christoph Klein geben alle 13 Artikel der forschung SPEZIAL GESUNDEIT Einblicke in aktuelle Themen und Ergebnisse der Gesundheitsforschung. Fast alle Beiträge des 76 Seiten starken Heftes stammen aus der Feder von DFG-geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Anhand ausgewählter Beispiele wollen wir so zeigen, was und wie viel die Wissenschaft für die Erforschung der menschlichen Gesundheit leisten kann, unterstreicht DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner in seinem Geleitwort.

Die große Bandbreite und Vielfalt dieser Forschungen stellt der Internist und DFG-Vizepräsident Professor Jürgen Schölmerich in seinem Editorial heraus. Gesundheitsforschung, so Schölmerich, verdanke sich einem doppelten Impuls dem Wunsch zu wissen und zu helfen. So verstanden, führt sie vom Labor über das Krankenbett in den Alltag. Dabei geht es um grundlagenorientierte Untersuchungen und Innovationen in der Medizintechnik ebenso wie um patientenorientierte Studien und gesellschaftspolitische Gesundheitsfragen.

Der thematische Bogen des Magazins reicht von chronischen Entzündungskrankheiten in Haut, Darm und Lunge über neue bioaktive Materialien für die Prothesen der Zukunft sowie die Therapie und den Ersatz der Lunge bis zu Präventionsstrategien gegen Diabetes. Andere Beiträge befassen sich mit einem revolutionären Scanner und seinen Möglichkeiten für die medizinische Bildgebung oder mit einer verkannten Seuche am Beispiel aggressiver Hepatitis-B-Viren. Wer was bekommen soll und wer was nicht, lautet schließlich die Überschrift eines Beitrags, der sich mit der politisch wie gesellschaftlich umstrittenen Frage befasst, ob es angesichts der knappen Ressourcen im Gesundheitssystem zu einer Priorisierung in der Versorgung kommen muss.

Über die Autorenbeiträge hinaus setzt das Magazin zwei redaktionelle Akzente. Ein erster Beitrag porträtiert den forschenden Chirurgen und Heisenberg-Professor Stefan Fichtner-Feigl, der im OP-Saal und im Immunlabor zu Hause ist und so die Entstehung von Tumoren im Gefolge chronisch entzündlicher Darmerkrankungen besser verstehen will. Und unter dem Titel Frauenherzen, Männerherzen verdeutlicht ein Interview mit der Kardiologin und Geschlechterforscherin Professor Vera Regitz-Zagrosek, dass der Medizin noch immer das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Krankheitsursachen und -verläufe fehlt, obwohl es für deren Behandlung notwendig wäre.

Die forschung SPEZIAL GESUNDHEIT erscheint zeitgleich mit dem Beginn des Wissenschaftssommers 2011 in Mainz. An der bis zum 9. Juni dauernden Veranstaltung ist die DFG als Deutschlands größte Forschungsförderorganisation mit verschiedenen Aktivitäten beteiligt. Beim Wissenschaftsfestival rund um das Kurfürstliche Schloss werden sich am DFG-Stand beispielsweise der Sonderforschungsbereich Biomedizintechnik der Medizinischen Hochschule Hannover und die Klinische Forschergruppe Selfish Brain von der Universität Lübeck präsentieren.

So wie auf Wissenschaftssommer ist die forschung SPEZIAL GESUNDHEIT auch auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft zu finden, das mit zahlreichen Exponaten aus der Gesundheitsforschung bis Ende September 35 Städte in Deutschland und Österreich anläuft.

Voraussichtlich ab September liegt das Magazin dann auch in zahlreichen ICE-Zügen der Deutschen Bahn in hoher Auflage zum Lesen und Mitnehmen aus.

Weiterführende Informationen

forschung SPEZIAL GESUNDHEIT kann kostenlos beim Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG bestellt werden (Michael.Hoenscheid@dfg.de; Tel. 0228 885-2109).

Neben der Printausgabe steht eine Onlineversion zur Verfügung: www.dfg.de/magazin_forschung

In der Redaktion der forschung stehen als Ansprechpartner zur Verfügung:
Marco Finetti, Chefredakteur, Tel. 0228 885-2230, Marco.Finetti@dfg.de
Dr. Rembert Unterstell, Chef vom Dienst, Tel. 0228 885-2275, Rembert.Unterstell@dfg.de

Weitere Informationen zur DFG-Beteiligung am Wissenschaftsjahr 2011 unter:
www.dfg.de/dfg_magazin/wissenschaft_oeffentlichkeit/dfg_wissenschaftsjahre/2011_gesundheitsforschung