Experte regte zu Diskussion über die aktuelle Klimaproblematik an

14.06.2011 - (idw) Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Am Dienstag, dem 7. Juni 2011, um 17 Uhr, konnten zahlreiche Interessierte eine neue spannende Veranstaltung der GenerationenHochschule zu einer hochaktuellen Problematik verfolgen. Nur wenige Tage nach dem Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg referierte Prof. Dr. Michael F. Jischa, emeritierter Professor der TU Clausthal, zum Thema Klimawandel und Energiewende.

Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann hieß die Besucher im gut gefüllten AudiMax auf dem Wernigeröder Campus willkommen und freute sich, einen Fachmann begrüßen zu dürfen, dessen zahlreiche Tätigkeiten auf dem Gebiet sowohl von forschender als auch von ehrenamtlicher Natur sind.

Schon vor zehn Jahren haben Experten nach einer Energiewende gerufen, begann Jischa seinen knapp zweistündigen Vortrag, nur damals war die Dringlichkeit noch nicht groß genug. Einführend gab der Referent einen kurzen Überblick über den technischen Wandel, der die Energieerzeugung aus den fossilen Quellen Kohle, Erdöl und Erdgas ermöglicht hat. Allerdings habe dies auch signifikant zum aktuellen Klimawandel beigetragen, da die Verbrennung fossiler Energieträger den Treibhauseffekt verstärke, was neben der Tatsache, dass diese Primärenergiequellen nur endlich vorhanden sind, eine Energiewende immer dringlicher mache. Zukünftig müssen wir eine Doppelstrategie verfolgen, so der Experte, und zwar Anpassung an den Klimawandel, um das Unvermeidbare zu beherrschen und Verminderung der Emissionen, um das Unbeherrschbare zu vermeiden.

Im zweiten Teil ging Jischa auf verschiedene zukünftige Energiesysteme ein, bestehend aus einem Mix regenerativer Energien. Dabei werde Solarstrom eine zentrale Rolle einnehmen, wie beispielsweise im Projekt DESERTEC, bei dem durch solarthermische Kraftwerke in Wüsten Strom erzeugt werden soll. Entscheidend für alle zukünftigen Szenarien werden eine vermehrt dezentrale Stromerzeugung, der Bau neuer Energiespeicherwerke und der Ausbau der Stromtrassen sein. Neben einer Energiewende stellen zunehmender technischer Fortschritt und Globalisierung die Herausforderungen der Zukunft dar. Eine Diskussionsrunde mit zahlreichen Fragen seitens der Zuhörer rundete die gelungene Veranstaltung ab.

Die nächste GenerationenHochschule wird bereits am 21. Juni 2011 stattfinden. Prof. Dr. Niels Olaf Angermüller setzt seine 2009 begonnene Vortragsreihe zum Thema Finanzkrise fort, diesmal unter dem Titel Die Internationale Finanzkrise III - was droht dem Euro und dem Steuerzahler?, die Anmeldung ist online unter http://www.generationenhochschule.de möglich. Weitere Informationen: http://www.generationenhochschule.de