20 Jahre Studiengang Augenoptik

31.05.2002 - (idw) Fachhochschule Aalen


Ministerialdirektor Wolfgang Fröhlich
W. Fröhlich, Prof. Dr. E. Hering (Rektor), M. Elser (MdB) u. Landrat K. Pavel (vlnr). Was in der Augenoptik Rang und Namen hat, Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und Verbandsvertreter, die einen wesentlichen Anteil an der Einführung des bundesweit ersten Studiengangs für Augenoptik an der FH Aalen hatten und haben, durfte Rektor Prof. Dr. Dr. Ekbert Hering zum Festakt des 20-jährigen Bestehens des Studiengangs in der Aula begrüßen.

Der Mitbegründer und erste Professor für Augenoptik, Heinz Diepes, nahm in seinen Erinnerungen die versammelte Zuhörerschaft mit auf den dornigen Pfad vom Beginn der 70er Jahre bis hin zur Einrichtung des Studiengangs 1982. Damals kämpfte der Verfasser eines Standardwerkes zur Optometrie an der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln um den Fachhochschulstatus der Augenoptikerausbildung. Vergebens!? Nicht ganz: im Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) blieb die Idee einer Ausbildung zum Augenoptiker an der Fachhochschule hängen. Wesentliches Anliegen der ZVA war es, die Gesellenprüfung als Studienvoraussetzung einzufordern. Dieser Forderung konnte zu dieser Zeit nur im baden-württembergischen Hochschulgesetz entsprochen werden, da es hierfür keinen dezidierten Passus enthielt. Schließlich war es kein Geringerer als der spätere Landesvater Lothar Späth, der sich für einen Hochschulstandort Aalen für die Augenoptik aussprach - zur Stützung der ländlichen Region. Am 20. März 1977 beschloss dann der Senat der Fachhochschule Aalen, die Einrichtung eines solchen Studiengangs gegen den massiven Widerstand der Augenärzte sehr zu begrüßen. Die endgültige Einrichtung ermöglichte dann ein Millionenzuschuss des ZVA, so dass in Aalen zu Beginn der 80er Jahre die ersten Labors des Studiengangs Augenoptik bezogen werden konnten.

Eine Anstrengung und Investition, die sich mehr als gelohnt hat. Dieser Meinung war auch der Amtschef im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Wolfgang Fröhlich. "Mit seinen innovativen Ansätzen und einem hohen Ausbildungsniveau hat dieser Studiengang seither überregional und international Anerkennung gefunden", sagte Fröhlich bei seinem Grußwort. Der Ministerialdirektor hob besonders die bedarfsorientierte Ausrichtung des Studiengans Augenoptik hervor, der "die Versorgung mit gutem Sehen mit den Grundlagen der Unternehmensführung und der Ingenieursausbildung verbindet."

Einen sehenswerten Eindruck dieser interdisziplinären Verbindung vermittelte Prof. Dr. Kunibert Krause in seinem wissenschaftlichen Vortrag über die Magnetempfindlichkeit des visuellen Systems. Krause vermutet, dass zwischen dem Auge und der Epiphyse energetische Bahnen bestehen. Da der Epiphyse wiederum die Wahrnehmung von Magnetfeldern nachgesagt wird, bewirken die Bahnen, dass eine Änderung des Erdmagnetfeldes Auswirkungen auf die Sehleistungen des Menschen hat. In den von Krause durchgeführten Experimenten bestätigte sich denn in der Tat auch, dass Magnetfelddifferenzen sich bei der Sehsinneswahrnehmung wie die Gabe von Licht auswirken.

Den festlichen Höhepunkt des Festaktes trug aber das Bläsersextett "Augenoptik Brass" bei. Die Musiker spielten zur Melodie von "When I'm sixty-four" der Beatles das Hohelied auf ihren Studiengang und dessen fleißige Studenten - von rhythmischem Klatschen begleitet, das nahtlos in tosenden Beifall überging.

Nicht minder beklatscht wurden die Führungen durch die geöffneten Labors in der Gartenstraße. Absolventen, Nachbarn, Studienbewerber und sonstige Interessierte konnten sich von Jana Pernica und ihren Kommilitoninnen des achten Semesters Augenoptik, die das komplette Jubiläumsfest organisierten, Reiz und Funktion von Sphärometern, Perimetern, Keratographen, Autorefraktometern, Spaltlampen und der computergestützten Videozentrierung nahe bringen lassen. In den Labors fanden sich auch raue Mengen an Kaffee und Kuchen, die die Gäste herzhaft konsumierten während sie sich umsonst von den Studierenden ihre Brillengläser reinigen ließen. Währenddessen pendelte ein Shuttlebus zwischen der FH Aalen und dem Museum für Optische Phänomene in Leinroden, um dort die Besucher auf höchstem Unterhaltungsniveau in das Kabinett optischer Täuschungen einzuführen.