Problem Schmerz: GBE-Heft "Chronische Schmerzen" erschienen

03.06.2002 - (idw) Robert Koch-Institut

Fast jeder leidet - zumindest zeitweise - unter Schmerzen. Von den 1998 im Bundes-Gesundheitssurvey durch das Robert Koch-Institut befragten Erwachsenen gaben 91 Prozent an, im vergangenen Jahr Schmerzen gehabt zu haben. 55 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer hatten in der Woche vor der Befragung unter mittleren bis starken Schmerzen gelitten. Im neuen GBE-Heft "Chronische Schmerzen - Kopf- und Rückenschmerzen, Tumorschmerzen" werden auf knapp dreißig Seiten Schmerzerscheinungsformen von hoher Public-Health-Relevanz und besonderen Konsequenzen für die Betroffenen dargestellt, außerdem Perspektiven und Ziele für bessere Versorgungsstrukturen für Patienten mit chronischen Schmerzen.

Bis Patienten mit chronischen Schmerzen den Weg in eine Schmerzambulanz oder eine Schmerzpraxis finden, vergehen oft Jahre mit einer Vielzahl häufig erfolgloser Behandlungen. Es wird geschätzt, dass derzeit etwa fünf bis acht Millionen Patienten an behandlungsbedürftigen chronischen Schmerzen erkrankt sind, bis zu zwanzig Prozent dieser Patienten benötigten eine spezielle qualifizierte Schmerztherapie.

So kann etwa durch nicht-adäquate Kopfschmerzbehandlung oder - bei Patienten, die trotz Kopfschmerzen keinen Arzt aufsuchen - durch Selbstmedikation ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz entstehen. Nach einer Entgiftung in spezialisierten Praxen oder Kliniken ist es meistens möglich, die ursprüngliche Kopfschmerzerkrankung (Migräne oder Spannungskopfschmerz) zu diagnostizieren und adäquat zu behandeln. Auch für Tumorschmerzen oder die so häufigen Rückenschmerzen gibt es meistens wirksame Behandlungsmethoden.

Als chronisch werden Schmerzen bezeichnet, wenn sie länger als ein halbes Jahr andauern und unabhängig von der Ursache eine wichtige Bedeutung im Alltag der Menschen haben. Sie können sich zu einer eigenständigen Schmerzkrankheit manifestieren, bei der neben physiologischen Effekten psychosomatische und verhaltenspsychologische Mechanismen eine besondere Rolle spielen.

Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht seit mehr als einem Jahr regelmäßig GBE-Themenhefte. Die Themen umfassen alle Bereiche des Gesundheitswesens. Neben der Information über Gesundheit und Krankheit ist die Analyse und Identifikation von Handlungsbedarf ein besonderer Schwerpunkt dieser Reihe. Bislang sind die GBE-Hefte Schutzimpfungen, Sterbebegleitung, Gesundheitsprobleme bei Fernreisen, Armut bei Kindern und Jugendlichen, Medizinische Behandlungsfehler und Lebensmittelbedingte Erkrankungen erschienen.

Das GBE-Heft "Chronische Schmerzen - Kopf- und Rückenschmerzen, Tumorschmerzen" kann kostenlos angefordert werden beim Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung, General-Pape-Straße 62 - 66, 12101 Berlin, Fax: 01888/754-3513, E-Mail: gbe@rki.de.

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