Deutsche Studie: Die Hemmung von microRNA stimuliert das Wachstum neuer Blutgefäße

29.08.2011 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Vom 27. 31. August 2011 findet in Paris der Kongress der European Society of Cardiology (ESC) statt Ein spezieller Hemmer (Inhibitor) kleiner RNA-Moleküle microRNA-100 kann für das Wachstum neuer Blutgefäße eingesetzt werden, wenn eine Arterie chronisch verstopft ist. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Freiburg, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Paris vorgestellt wird. In einem Tiermodell wurde gezeigt, dass sich der Blutfluss zum Unterschenkel nach einer Behandlung mit dem so genannten Antagomir-Hemmer signifikant verbesserte. In der behandelten Gruppe verbesserte sich der Blutfluss um fast 30 Prozent, berichtet Studienleiter Dr. Sebastian Grundmann. Die Forschungsergebnisse zu microRNA-100 in Blutgefäßen zeigen, dass microRNA in der zukünftigen Therapie kardiovaskulärer Krankheiten eine attraktive Rolle spielen können.

MicroRNA sind eine Klasse erst kürzlich entdeckter Moleküle, die an andere RNA-Moleküle binden und so die Expression gleich mehrerer Gene gleichzeitig regulieren können. Im Menschen existieren mehr als hundert microRNA und aktuelle Studien haben gezeigt, dass sie auch eine wichtige Rolle bei Herz-Kreislauf- Krankheiten spielen, von Atherosklerose bis zu Herzschwäche. Es wird geschätzt, dass mehr als 30 Prozent aller Gene durch microRNA beeinflusst werden.

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