Humangenetiker tagen in Marburg

16.09.2003 - (idw) Philipps-Universität Marburg

14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik vom 1. bis 4. Oktober 2003 in der Marburger Philipps-Universität

Vom 1. bis 4. Oktober 2003 findet im Hörsaalgebäude der Marburger Philipps-Universität die diesjährige gemeinsame Tagung der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik, der Österreichischen Gesellschaft für Humangenetik und der Schweizerischen Gesellschaft für Medizinische Genetik statt. Die Tagung wird unter Leitung von Professor Karl-Heinz Grzeschik, Direktor des Marburger Instituts für Humangenetik, von den drei hessischen humangenetischen Instituten ausgerichtet.

Die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V. (GfH) wurde 1987 gegründet und zählt heute mehr als 1000 Mitglieder, jeweils etwa zur Hälfte Mediziner und Naturwissenschaftler.

Entsprechend der fachlichen Herkunft ihrer Mitglieder ist die deutsche Humangenetik bei der Erforschung erblicher Eigenschaften und Erkrankungen des Menschen interdisziplinär orientiert. So reichen die auf der Marburger Tagung referierten Arbeitsgebiete von der molekularen und biochemischen Analyse einzelner Gene und ihrer Produkte über die Charakterisierung chromosomaler Veränderungen und die Suche nach Krankheitsgenen bis zur aufwendigen klinischen Beschreibung von erblichen Erkrankungen.

Diese Krankheiten beruhen häufig auf Abweichungen in der Entwicklung von Geweben und Organen, die ähnlich oder sogar gleichartig auch bei so genannten Modellorganismen, wie Fischen und Mäusen, auftreten. Dort lassen sie sich zumeist in größerem Detail untersuchen, als es beim Meinschen immer möglich wäre. Dieses hochaktuelle Gebiet der Entwicklungsgenetik ist ein Schwerpunkt der diesjährigen Tagung.

Nobelpreisträgerin hält öffentlichen Abendvortrag
Um der interessierten Öffentlichkeit Möglichkeiten und Perspektiven dieser Forschungsrichtung vorzustellen, wird einer der Höhepunkte der Tagung ein öffentlicher Abendvortrag der Nobelpreisträgerin Professor Christiane Nüsslein-Volhard zum Theme "Forschung an menschlichen Embryonen?" sein. Frau Professor Nüsslein-Volhard (Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen) ist 1995 für ihre Erforschung von Entwicklungsstörungen der Taufliege Drosophila mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt worden. Seither untersucht sie vor allem Entwicklungsstörungen des Zentralnervensystems am Zebrafisch Danio rerio. Ihr Vortrag findet am 2. Oktober um 19.30 Uhr im Auditorium maximum, Biegenstraße 14, statt.

Auszeichnungen für zwei Nestoren des Faches
In der Eröffnungsveranstaltung der Marburger Tagung werden zwei Nestoren des Faches, Professor Friedrich Vogel (Universität Heidelberg) und Professor Arno G. Motulsky (University of Washington, Seattle/USA), in feierlichem Rahmen für ihre Verdienste um die Weiterentwicklung des Faches mit der Ehrenmedaille der GfH ausgezeichnet werden. Beide Wissenschaftler haben gemeinsam über erbliche Unterschiede der Arzneimittelwirkung und über die Vererbung häufiger Krankheiten gearbeitet, und sie haben gemeinsam ein richtungweisendes Lehrbuch der Humangenetik verfasst, das schon in mehreren Auflagen erschienen ist.

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