TU Berlin: Schatzkammern biologischer Vielfalt

17.02.2012 - (idw) Technische Universität Berlin

Internet-Handbuch der TU Berlin zeigt neue Wege, Naturschutz und Denkmalpflege in historischen Parks zu verbinden Alte Parks sind oft herausragende Kulturdenkmäler und zugleich wichtige Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten. Daher sind Denkmal- und Naturschützer gleichermaßen daran interessiert, diese Parks zu erhalten. Häufig gibt es jedoch Kommunikationsprobleme vor Ort, da oft Informationen über Ziele und Handlungsspielräume der jeweils anderen Seite fehlen. Ein Forschungsprojekt der TU Berlin zeigt nun anhand von fünf Berliner Modellanlagen von der idyllischen Pfaueninsel bis zum Tiergarten im Stadtzentrum Wege auf, wie Naturschutzziele besser in die Entwicklung historischer Parkanlagen integriert werden können, zusammen mit den Verantwortlichen vor Ort. Mit einem umfangreichen Internet-Handbuch sind die Ergebnisse der dreijährigen, durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderten Arbeit nun auch allgemein zugänglich: www.naturschutz-und-denkmalpflege.de

Historische Parkanlagen weisen meist artenreiche Wiesen und alten Baumbestand auf und sind so herausragende Schatzkammern der biologischen Vielfalt. Hier kommen viele Tiere und Pflanzen vor, die in intensiv genutzten Landschaften immer seltener werden. In den Parks sorgt eine über Jahrhunderte kontinuierliche Pflege dagegen für Artenreichtum. Oft ist jedoch unklar, welche Biotopstrukturen besonders wichtig sind und wie alte Bäume möglichst lange verkehrssicher erhalten werden können.

Ein wesentliches Ergebnis unser Arbeit ist, dass die meisten Naturschutzziele in alten Parks sehr gut mit dem Denkmalschutz vereinbar sind, aber der Weg zur Umsetzung häufig an Informationsdefiziten scheitert, sagt Prof. Dr. Ingo Kowarik, der das Projekt am Institut für Ökologie der TU Berlin zusammen mit Dr. Moritz von der Lippe geleitet hat. Ingo Kowarik ist gleichzeitig Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege des Landes Berlin.

Am Beispiel von fünf Berliner Modellanlagen von der idyllischen Pfaueninsel bis zum Tiergarten im Stadtzentrum wurden Grundlagen und Optimierungsansätze herausgearbeitet. Dabei haben Ökologen, Baumsachverständige und Juristen eng mit Behördenvertretern und den Verantwortlichen vor Ort zusammengearbeitet. Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, das Landesdenkmalamt, die Oberste Naturschutzbehörde, BUND und NABU waren beteiligt.

Das Internet-Handbuch informiert alle an Naturschutz Interessierten anschaulich über Grundlagen und Ansatzpunkte des Naturschutzes in historischen Parkanlagen, ihre Verbindung zum Denkmalschutz und über rechtliche Grundlagen. Best practice-Beispiele aus allen Teilen Deutschlands werden ebenso präsentiert wie ein Leitfaden zu ökologisch wertvollen Lebensräumen in Bäumen.

www.naturschutz-und-denkmalpflege.de

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Fotomaterial zum Download
www.naturschutz-und-denkmalpflege.de

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
Prof. Dr. Ingo Kowarik, Technische Universität Berlin, Institut für Ökologie, Fachgebiet Ökosystemkunde / Pflanzenökologie, Tel.: 030/314-71372,
E-Mail: kowarik@tu-berlin.de

Dr. Moritz von der Lippe, Technische Universität Berlin, Institut für Ökologie, Fachgebiet Ökosystemkunde / Pflanzenökologie, Tel.: 030/314-71194,
E-Mail: moritz.vdLippe@tu-berlin.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });