Von der Arbeit in den Hörsaal: RUB-Forscher analysieren Hochschulzugang für Berufstätige

16.04.2012 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Im März 2009 einigte sich die Kultusministerkonferenz auf bundeseinheitliche Mindeststandards zur Öffnung der Hochschulen für beruflich qualifizierte Studieninteressierte, die kein Abitur oder Fachabitur haben. Eine Bochumer Fallstudie hat sich mit der Umsetzung des Beschlusses an der Ruhr-Universität beschäftigt und ist zu zwei zentralen Ergebnissen gekommen. Demnach ist es erforderlich, flexible, berufsbegleitende Studienformate im Regelstudienangebot zu entwickeln. Zusätzlich seien flankierende sozialversicherungsrechtliche, arbeits- und tarifvertragliche Regelungen notwendig, um die Aufnahme eines Hochschulstudiums zu fördern. Von der Arbeit in den Hörsaal
RUB-Forscher analysieren Hochschulzugang für Berufstätige
Bochumer Fallstudie: Berufstätige wünschen sich flexible Studienmodelle

Im März 2009 einigte sich die Kultusministerkonferenz auf bundeseinheitliche Mindeststandards zur Öffnung der Hochschulen für beruflich qualifizierte Studieninteressierte, die kein (Fach-) Abitur haben. Eine Bochumer Fallstudie hat sich mit der Umsetzung des Beschlusses an der Ruhr-Universität (RUB) beschäftigt und ist zu zwei zentralen Ergebnissen gekommen. Demnach ist es erforderlich, flexible, berufsbegleitende Studienformate im Regelstudienangebot zu entwickeln. Zusätzlich seien flankierende sozialversicherungsrechtliche, arbeits- und tarifvertragliche Regelungen notwendig, um die Aufnahme eines Hochschulstudiums zu fördern.

Rahmenbedingungen analysiert

Die Forscher um Dr. Manfred Wannöffel, Geschäftsführender Leiter der Gemeinsamen Arbeitsstelle von RUB und IG Metall, analysierten die Rahmenbedingungen für beruflich qualifizierte Studenten. Zudem befasste sich die Studie auch mit den Anforderungen an diese Zielgruppe. Zum Wintersemester 2010/11 waren an der Ruhr-Universität lediglich 30 beruflich qualifizierte Studierende eingeschrieben, darunter elf Studienanfänger. Das entsprach einem Anteil von 0,12 Prozent aller Studienanfänger, was knapp unter dem NRW-Durchschnitt lag. Mit 2384 Immatrikulationen verzeichnete die Fernuniversität Hagen den größten Zulauf an Studienanfängern des dritten Bildungsweges. Das weist auf ein großes Studieninteresse dieser Zielgruppe hin, die auf Grund ihrer Berufstätigkeit ganz offensichtlich flexible Studienformate bevorzugt, sagt Wannöffel.

Mehr Informationen erwünscht

Die beruflich Qualifizierten, die neben der fachlichen und beruflichen auch die persönliche Weiterentwicklung als Grund für ihr Universitäts-Intermezzo angaben, eint der Wunsch nach mehr Informationen über die generelle Möglichkeit, zu studieren. Besonders in der unmittelbaren Arbeitsumgebung werde das Thema noch nicht ausreichend kommuniziert.

Breite Kooperation gefordert

Die empirische Untersuchung an der RUB zeigt, dass 75 Prozent der Studenten ohne Abitur in Fächern eingeschrieben sind, die keine Affinität zu ihrem Ausbildungsberuf aufweisen. Daraus leiten die Wissenschaftler die Notwendigkeit von Einführungskursen ab, da es bislang keine speziellen Unterstützungsmaßnahmen zur Erleichterung des Übergangs gibt. Um in Zukunft mehr Studierende ohne Abitur zu gewinnen, sei zudem eine enge Kooperation zwischen Universitäten und Fachhochschulen, Wirtschaft, Politik, Arbeitgebern und Gewerkschaften nötig.

Weitere Informationen

Dr. Manfred Wannöffel, Geschäftsführender Leiter der Gemeinsamen Arbeitsstelle RUB/IGM, Konrad-Zuse-Str. 16, 44801 Bochum, 0234/32-22929, manfred.wannoeffel@rub.de

Angeklickt

Studie als pdf-Download
http://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_188.pdf

Gemeinsame Arbeitsstelle Ruhr-Universität Bochum/IG Metall
www.rub.de/rub-igm

Redaktion: Daniel Duhr jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });