Jung gegen alt? Für mehr Solidarität zwischen den Generationen

31.10.2003 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

In einem im Schwerpunktheft "Jung gegen alt?" der Zeitschrift "UNIVERSITAS" (11/2003) erschienenen Beitrag diskutiert Michael Opielka, Professor für Sozialpolitik an der Fachhochschule Jena, Geschäftsführer des Institut für Sozialökologie in Königswinter und Lehrbeauftragter an der Universität Bonn, die Bedeutung sozialpolitischer Institutionen für die Solidarität zwischen den Generationen und insbesondere die Rolle der gesetzlichen Rentenversicherung.

Professor Opielka greift die Diskussion um die Rentenreformvorschläge der so genannten "Rürup-Kommission" der Bundesregierung und der von der CDU beauftragten "Herzog-Kommission" auf und bemängelt, dass in beiden Konzepten die Idee einer "Grundrente" verworfen bzw. nicht erörtert wird. Er stellt das System der Alterssicherung in der Schweiz vor, die in ihrer ersten Säule, der AHV (Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung), seit 1982 eine "Bürgerversicherung" etabliert hat, die eine Grund- und eine Höchstrente garantiert und durch nach oben nicht begrenzte Beiträge aller Erwerbstätigen und Vermögensbesitzer finanziert wird. Dadurch werde sichergestellt, dass nicht nur zwischen den Generationen, sondern auch innerhalb vor allem der älteren Generation weitaus stärker nach Leistungsfähigkeit umverteilt wird. Angesichts des demographischen Wandels erweise sich ein solches, auf einer breiten Finanzierungsbasis aufruhendes Alterssicherungssystem als langfristig verlässlicher als das derzeit in Deutschland existierende, berufsständisch gegliederte System.

Die Ablehnung der deutschen sozialpolitischen Eliten gegenüber einer Grundrente wird von Professor Opielka als ideologisch bedingt analysiert. Sie resultiere aus neoliberalen und auf den sozialen Status fixierten konservativen Ordnungsvorstellungen, die mit einer sozialen Demokratie nicht vereinbar seien.

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