FAL-Forscher erhalten den diesjährigen IHK-Technologietransferpreis

07.11.2003 - (idw) Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)

Der diesjährige Technologietransferpreis der IHK Braunschweig wurde am 06.11.2003 an die drei FAL-Forscher Prof. Dr. Klaus-Dieter Vorlop, Dr. Ulf Prüße und Jürgen Breford für den erfolgreichen Transfer des Strahlschneider-Verfahrens in die geniaLab® BioTechnologie GmbH verliehen.

Das Strahlschneider-Verfahren - auch JetCutter genannt - wurde am Institut für Technologie und Biosystemtechnik der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) entwickelt und dient zur Herstellung von kugelförmigen Partikeln. Solche kugelförmige Partikel können, neben zahlreichen Anwendungen in der chemischen, pharmazeutischen und Lebensmittelindustrie, insbesondere auch im Agrarbereich eingesetzt werden, wo sie zur Herstellung von (Bio-)Katalysatoren zur Konversion von Nachwachsenden Rohstoffen, zur Verkapselung biologischer Pflanzenschutzmittel und neuerdings in flüssiger Form auch zu der abdriftarmen Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln verwendet werden.

Das Strahlschneider-Verfahren beruht auf der mechanischen Trennung eines Fluidstrahls mittels rotierender Drähte, die den Strahl in definierte Segmente zerteilen. Gegenüber konkurrierenden Technologien ist das Strahlschneider-Verfahren überlegen, da in ihm zahlreicher Vorteile, wie z.B. gleichmäßige Partikelgrößen, hohe Produktionsraten und die Verarbeitbarkeit hochviskoser Fluide, kombiniert werden.

Dieses Verfahren wurde in die 1998 gegründete Firma geniaLab® GmbH transferiert, in der es bis in den Produktionsmaßstab weiterentwickelt wurde. Im Jahr 2002 hat die geniaLab® GmbH in Braunschweig den Produktionsbetrieb aufgenommen und bis dato die Produktion auf jährlich mehr als 40 Tonnen an Hydrogelkugeln gesteigert, die in alle Welt exportiert werden. Bis jetzt konnten bei geniaLab® acht feste Arbeitsplätze neu geschaffen werden, die überwiegend mit ehemals zeitlich befristet eingestelltem FAL-Personal und "Absolventen" der FAL (Doktoranden, Diplomanden) besetzt wurden. In den nächsten Jahren ist mit einer weiteren deutlichen Ausweitung der Kapazitäten und somit auch mit der Schaffung weiterer Arbeitsplätze zu rechnen.

Der Transfer des Strahlschneider-Verfahrens stellt ein gelungenes Beispiel dafür dar, wie wissenschaftliche Erkenntnisse aus der FAL von beherzten Forschern in erfolgreiche industrielle Produkte und damit auch in die Schaffung neuer Arbeitsplätze umgewandelt werden können.


Hinweis für die Presse:
Lebensläufe der Preisträger sowie Fotos können bei der Pressestelle der FAL (Tel: 0531 596 1003, pp@fal.de) nachgefragt werden.