Solidarität - Junge Akademie fragt Herfried Münkler nach der Zukunft einer unverzichtbaren Ressource

20.12.2003 - (idw) Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Verglichen mit anderen Begriffen aus dem politisch-ethischen Diskurs führt der Begriff Solidarität eher ein Schattendasein. Meist wird er negativ verwendet, wenn im Zuge der Globalisierung Entsolidarisierung oder auch Überstrapazierung von Solidaritätsbereitschaft beklagt wird. Kann aber auf den Begriff verzichtet werden?

Der Referent, Herfried Münkler, Professor für Theorie und Ideengeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, ist durch seinen Begriff des "asymmetrischen Kriegs" zum gefragten Berater von Politikern und Generälen geworden - "gewissermaßen ein wandelnder Ein-Mann-Think-Tank", wie DIE ZEIT jüngst formulierte.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und findet statt am 16. Januar 2004 um 19.00 Uhr im Harnack-Haus Berlin (Ihnestraße 16-20, 14195 Berlin), im Rahmen der Vortragsreihe "Enzyklopädie der Ideen der Zukunft".

In seinem Vortrag geht Herfried Münkler dem Dilemma auf den Grund, dass Solidaritätsansprüche einerseits nur für begrenzte Gemeinschaften gelten können, andererseits Solidarität aber eine gesellschaftlich unverzichtbare Ressource darstellt. In diesem Spannungsfeld bestimmt er Grenzen und Perspektiven einer zeitgemäßen Solidaritätsidee.

Der Vortrag ist Teil einer Vortragsreihe der Jungen Akademie, deren Erträge eine "Enzyklopädie der Ideen der Zukunft" bilden sollen. Herausragende Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Literatur oder Kunst werden eingeladen, Ideen, die die Zukunft betreffen, zu imaginieren, der Öffentlichkeit zu präsentieren und mit ihr zu diskutieren. Es finden je zwei Vorträge im Frühjahr und Herbst statt, die von wechselnden Mitgliedern der Jungen Akademie organisiert und jeweils an verschiedenen Orten im deutschsprachigen Raum gehalten werden. Im Zentrum der Reihe stehen jeweils Begriffe, die aus der Sicht des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Zukunft von Bedeutung scheinen: Außerirdisches - Denken - Dreck - Enzyklopädie - Gott - Hass - Kopie - Maschine - Nomade - Rätsel - Schönheit - Tier - Unsterblichkeit - Wissen - und anderes.

Weitere Informationen:
unter www.diejungeakademie.de oder beim Projektkoordinator Jürgen Hädrich, Tel. 030/20370-563, E-Mail: haedrich@diejungeakademie.de.