Fahrkarten mit dem Handy lösen - Pilotprojekt im Vogtland

14.01.2004 - (idw) Siemens AG

Lange Warteschlangen am Verkaufschalter, defekte Ticketautomaten oder schlicht fehlendes Kleingeld - oft kostet der Kauf einer Fahrkarte für den Bus oder die Bahn unnötig Nerven. Zumindest die Bewohner des Vogtlands in der Grenzregion zwischen Thüringen, Sachsen, Bayern und Tschechien müssen sich darüber in Zukunft nicht mehr ärgern: Im Rahmen eines Pilotprojektes, das von der EU unterstützt wird, können 350 Personen ihre Tickets ab Februar 2004 mit ihrem Handy erwerben. Siemens hat die innovative Mobilfunklösung im Auftrag des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland entwickelt.
Den Fahrgästen stehen zwei Alternativen zur Wahl. Besitzer eines Java-fähigen Mobiltelefons laden sich einmalig eine kostenlose Client-Software auf ihr Telefon. Über eine einfach zu bedienende Menüführung kann der Kunde die gewünschte Fahrtstrecke und die Art des Fahrscheines auswählen - vom Einzelfahrschein bis zur Jahreskarte. Die Bestätigung der Bestellung erfolgt ohne Zeitverzögerung. Das Ticket wird zusammen mit den Kundendaten auf einem geschützten Server hinterlegt, auf den nur der Kontrolleur Zugriff hat. Wer kein so modernes Handy besitzt, kann seinen Fahrschein auch telefonisch ordern. Ein automatisierter Sprachcomputer nimmt die Bestellung entgegen. Statt einer herkömmlichen und oft umständlichen Bedienung über ein Sprachmenü kommt jedoch eine raffinierte Spracherkennungssoftware zum Einsatz, die Siemens Business Services in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden entwickelt hat. Das System ist intelligent genug, um normal formulierte Sätze wie etwa "Ich möchte zwei Rückfahrkarten von X nach Y kaufen" zu verstehen und die relevanten Informationen herauszufiltern. Beide Lösungen bieten in Zukunft neben der Buchungsfunktion auch aktuelle Fahrbahnauskünfte an.
Bezahlt wird während des Pilotprojekts noch per Lastschrifteinzug, später erfolgt die Abrechnung je nach Kundenwunsch über die Telefonrechnung, die Kreditkarte oder eine Prepaid-Karte. Die Betreiber des Nahverkehrsverbundes versprechen sich von der neuen Lösung niedrigere Kosten und zufriedenere Kunden.
(Foto unter http://www.siemens.com/sbs-bilder/sbs121203058)