Krankenkassenchef und Krankenhaus-Unternehmer Bayreuther Ehrensenatoren

18.02.2004 - (idw) Universität Bayreuth

Für ihre Verdienste um die Entwicklung und Unterstützung des Bereichs Gesundheitsökonomie sind heute der Vorstandsvorsitzende der Rhön Klinikum AG, Eugen Münch, und der Vorsitzende des Vorstands der Techniker Krankenkasse, Professor Dr. Norbert Klusen, die Ehrensenatorwürde der Universität Bayreuth verliehen worden


vr: Uni-Präsident Prof. Helmut Ruppert, Eugen Münch und Prof. Norbert Klusen Erfolgreiche Unterstützer aus der Praxis für das Bayreuther Gesundheitsökonomie-Konzept
Uni-Präsident: Verzahnung von Wissenschaft und Praxis mit strukturiert
Bayreuth (UBT). Für ihre Verdienste um die Entwicklung und Unterstützung des Bereichs Gesundheitsökonomie und die Gestaltung des entsprechenden Diplomstudiengangs sind heute bei einer akademischen Feierstunde der Vorstandsvorsitzende der Rhön Klinikum AG, Eugen Münch und der Vorsitzende des Vorstands der Techniker Krankenkasse, Professor Dr. Norbert Klusen, die Ehrensenatorwürde der Universität Bayreuth verliehen worden.
Universitätspräsident Professor Dr. Dr. h. c. Helmut Ruppert wies dabei darauf hin, dass heutzutage nicht nur klare Schwerpunktsetzungen und Profilbildung für die Universitäten notwendig sei, sondern man auch Entwicklungstrends voraussehen und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft diskutieren müsse, wie junge Leute best
möglich ausgebildet werden. Beide Geehrten hätten frühzeitig im Dialog mit Bayreuther Wissenschaftlern deutlich gemacht, dass dem Gesundheitsmarkt eine größere Aufmerksamkeit zukommen müsse und sich dieser Markt ausweiten werde. Sowohl Professor Klusen als auch der Gesundheitsunternehmer Münch hätten mit ihren Mitteln dazu beigetragen, dass der Bereich der Gesundheitsökonomie in Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft strukturiert und ein zukunftsweisender Diplomstudiengang aufgebaut werden konnte.
Die Ehrensenatorwürde, fuhr Professor Ruppert fort, sei eine kleine Würdigung der dadurch an den Tag gelegten Mitverantwortung für die Universität Bayreuth. "Wir brauchen weiter ihre Ideen und schätzen ihre Erfahrungen", betonte Professor Ruppert.
Der Universitätspräsident erinnerte daran, dass der Diplomstudiengang Gesundheitsökonomie im Wintersemester 1998/1999 mit 38 Erstsemestern begonnen habe und damals erstmals der Zugang zu diesem Studium auch durch eine Eignungsfeststellung geregelt wurde. Mittlerweile gebe es 187 Studierende in diesem Bereich. Die Abbruchrate in diesem Studiengang sei deutlich niedriger als im Durchschnitt der Studiengänge in Bayreuth, sagte der Universitätspräsident weiter und es sei deutlich zu merken, dass die Studierenden ein hohes Maß an Identifikation für ihr Studium mitbrächten.
Professor Klusen unterstrich in seiner Dankesrede, dass sich seine Krankenkasse in den 90er Jahren entschlossen habe, sich dem Wettbewerb zu stellen und man mit dem Bayreuther Volkswirtschaftler Professor Dr. Dr. h. c. Peter Oberender auf einen Protagonisten gestoßen sei, der von wissenschaftlicher Seite immer den Wettbewerbsgedanken auch für das Gesundheitswesen in den Vordergrund gestellt habe. Daraus habe sich eine sehr gute Zusammenarbeit entwickelt, die durch die gemeinsame Philosophie geprägt sei, dass das Gesundheitswesen durch mehr Wettbewerb besser werden könne.
Diesen Aspekt unterstrich auch der neue Ehrensenator Eugen Münch. Mit ihrem Wettbewerbsgedanken habe die Universität zunächst eine Außenseiterrolle in der Theorie gespielt, was auch für den Verbund privater Krankenhäuser in der Rhön Klinikum AG in der Praxis gegolten habe und noch gelte. "Wir waren gemeinsame Außenseiter, die sich zu einer symbiotischen Fügung zusammengefunden haben", sagte Münch.
In seinem Festvortrag über die Gesundheitsstrukturreform in Deutschland verdeutlichte der Bayreuther Gesundheitsökonom und Mediziner Professor Dr. Dr. Eckhard Nagel, der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften der Universität Bayreuth, dass die Vorschläge zur Gesundheitsreform hinsichtlich der Kassenleistungen transparent, gerecht und von Wettbewerb geprägt sein müssten. Um das Gesundheitswesen finanzierbar zu halten, müsse die Grundversorgung gesichert und die zusätzlichen Leistungen gewählt werden können. Die Entscheidung über die Abgrenzung müsse die Medizin treffen und nicht die Politik. Professor Nagel trat für eine Erhöhung der Tabaksteuer und eine Krankenversicherung auch für Sozialhilfeempfänger ein.