Hannover-Messe: Kooperationspreis für schnellen Test auf Nierenkrankheiten

23.04.2004 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

mosaiques diagnostics und MHH entwickelten gemeinsam Diagnostik

Die mosaiques diagnostics and therapeutics AG und die Abteilung Nephrologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sind heute auf der Hannover-Messe mit dem Kooperationspreis (2. Platz) des Landes Niedersachsen 2003 ausgezeichnet worden. Die Dotation beträgt 15.000 Euro. Die Forscher erhalten den Preis für die neu entwickelte Urin-Protein-Analyse DiaPat®, mit der sich eine Vielzahl von Nierenkrankheiten innerhalb von 30 Minuten feststellen lassen - eine Gewebeentnahme, die Nierenbiopsie, ist damit nicht mehr notwendig: Der Patient gibt lediglich eine Urinprobe ab und muss sich nicht mehr einem operativen Eingriff mit zweitägigem Krankenhausaufenthalt unterziehen. Auch ist die DiaPat®-Methode sehr viel genauer und kostengünstiger. Die DiaPat GmbH, ein Tochterunternehmen der mosaiques diagnostics and therapeutics AG, führt den Test derzeit schon in die Praxis ein.

Mosaiques ist ein "Spin-out" der MHH, wurde im Jahr 2000 von Professor Dr. Hermann Haller (Direktor der MHH-Abteilung Nephrologie) und Professor Dr. Dr. Harald Mischak gegründet. Im April 2001 wurde das junge Unternehmen Landessieger beim bundesweiten StartUp-Wettbewerb von STERN und den Sparkassen. Mosaiques erhielt Fördergelder beim Bioprofile-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und vom Land Niedersachsen.

Neben dem neu entwickelten Biopsieersatz haben mosaiques und DiaPat im vergangenen Jahr eine Früherkennung für die Nierenveränderungen bei der Zuckerkrankheit (Diabetes), der so genannten diabetischen Nephropathie, entwickelt. "Damit gelingt es, etwa fünf bis zehn Jahre früher als mit bisherigen Diagnostikverfahren und vor der Organschädigung die Erkrankung zu erkennen", sagt Professorin Dr. Eva Weissinger, ärztliche Leiterin der mosaiques AG und Mitarbeiterin der MHH-Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie. In der westlichen Welt leiden 200 Millionen Menschen an der Zuckerkrankheit und sind von einem Ausfall der Nieren bedroht. Weitere Frühdiagnostika von Krankheiten wie Alzheimer, Multipler Sklerose, Schizophrenie und Depression sind im Projektstadium und werden zum Teil ebenfalls in Kooperation mit der MHH erforscht. Professorin Dr. Marion Haubitz aus der Abteilung Nephrologie sagt: "Die weltweit einzigartige Proteinerkennungs-Methode hilft bereits jetzt, die Wirkung von Substanzen nachzuweisen und in Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen bessere Medikamente zu entwickeln."

Weitere Informationen gibt gern Dr. Christian Heuer, DiaPat GmbH, Feodor-Lynen-Straße 21, 30625 Hannover, Telefon: (0511) 554744-14.