Milliardenumsatz durch Billigflieger

28.06.2004 - (idw) Universität zu Köln

Milliardenumsatz durch Billigflieger
Regionale Wirtschaft profitiert vom Boom der Low-Cost-Carrier auf dem Flug-hafen Köln/Bonn

Die Billigfluglinien auf dem Köln-Bonner Flughafen beleben die Wirtschaft in der ge-samten Region. Im vergangenen Jahr sorgten die Flüge für einen zusätzlichen Um-satz von insgesamt rund einer Milliarde Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Professor Herbert Baum vom Institut für Verkehrswissenschaft an der Universität zu Köln.

Durch die sogenannten "Low-Cost-Carrier" wie beispielsweise Germanwings oder Hapag Lloyd Express hat sich das Angebot auf dem Flughafen Köln/Bonn erheblich verbessert. Dank der Billigfluglinien können deutlich mehr Ziele häufiger und zu bes-seren Zeiten von Köln aus angeflogen werden. Das Luftverkehraufkommen und die Passagierzahlen sind dadurch enorm gestiegen.
Mehr als die Hälfte aller Reisenden am Flughafen Köln/Bonn nutzten im Jahr 2003 das Angebot der Billig-Airlines. Doch nicht nur die Fluglinien und Passagiere profitie-ren vom Mehrverkehr durch die günstigen Flieger. Die Studie der Universität zu Köln bescheinigt dem Flughafen auch positive Auswirkungen auf die Beschäftigung und die Wertschöpfung in der Region. So habe das Low-Cost-Angebot mehr als 14000 Arbeitsplätze neu geschaffen oder gesichert. Diese seien nicht nur am Flughafen selbst oder bei Lieferanten und Vorleistungsbetrieben entstanden. Etwa drei Viertel der befragten Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung geben an, dass die Billigflieger für den eigenen Standort einen positiven Begleiteffekt haben. Dank der Einsparungen bei Reisekosten und - aufgrund der zentralen Lage des Flughafens - auch bei der Arbeitszeit würden Produktivität und Umsatz erhöht und es könnten neue Stellen finanziert werden. Insgesamt ist vom Angebot der Billig-flieger am Köln-Bonner Flughafen eine Wertschöpfung von über 770 Millionen Euro sowie ein Einkommen von knapp 400 Millionen Euro abhängig.

Den Ergebnissen der Studie zufolge bringt der Low-Cost-Markt in Köln/Bonn aller-dings auch negative Effekte mit sich. Denn aus den preiswerten Flugverbindungen resultieren bestimmte Kaufkraftwirkungen. Nach den Berechnungen der Kölner Wirt-schaftsforscher gingen der Untersuchungsregion aus diesem Grund mehr als 10 Mil-lionen Euro verloren. Zwar würden die Ausgaben von Touristen und Geschäftsleuten, die mit Billigfliegern in den Köln/Bonner Raum kommen, der Region zusätzliche Ein-nahmen bescheren. Diese seien jedoch um einiges niedriger als die Summe, die Ur-lauber, die von Köln aus starten, an ihrem jeweiligen Zielort ausgeben.

Abgesehen von den genannten Standortwirkungen für die gewerbliche Wirtschaft und den Kaufkraftentwicklungen sorgt das Billigflug-Angebot indirekt auch für Steu-ereinnahmen. Durch den Einkommenseffekt in der Region zum Beispiel erzielen die öffentlichen Haushalte Einkommenssteuerbeträge. Daneben ergeben sich Einnah-men aus Gewerbe- oder Körperschaftssteuer der Unternehmen am Flughafen und im Umland. Auch die Mehrwertsteuer steigt aufgrund der stärkeren wirtschaftlichen Akti-vitäten in der Region. Außerdem sorgt der Anstieg der Mineralölsteuer und anderer Verbrauchssteuern für Mehreinnahmen in den öffentlichen Kassen. Laut den Be-rechnungen der Studie entstehen aus dem Low-Cost-Markt Steuereffekte für Bund, Land und Gemeinden in Höhe von insgesamt 174 Millionen Euro.

Verantwortlich: Antje Stobbe

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