Naturheilkunde-Projekt an der FAU

22.10.1997 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Naturheilkunde-Projekt an der FAU tritt in eine neue Phase

Ein stark angewachsenes Interesse der Patienten an Behandlungsmethoden, die die klassische Schulmedizin ergaenzen, und die hohe Akzeptanz, die die naturheilkundliche poliklinische Sprechstunde am Erlanger Universitaetsklinikum bei niedergelassenen Aerzte geniesst, kann die Arbeitsgruppe fuer Naturheilverfahren und Komplementaermedizin an der Medizinischen Klinik I (Direktor: Prof. Dr. Eckhart G. Hahn) zu ihren Erfolgen zaehlen. Mit Unterstuetzung der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung hat die Arbeitsgruppe ihre Taetigkeit seit Oktober 1993 erheblich ausbauen koennen. Ueber den Stand des Foerderprojekts informierten sich der Vorstandssitzende der Bahlsen-Stiftung, Prof. Dr. Burkhard Huch, und sein Stellvertreter Dr. Henning Albrecht am Mittwoch, den 3. September 1997, bei einem Besuch an der Friedrich-Alexander-Universitaet Erlangen-Nuernberg.

Mit dem Jahr 1997 hat fuer die naturheilkundliche Arbeitsgruppe, die von Dr. Benno Brinkhaus (Medizinische Klinik I) geleitet wird, eine neue Projektphase begonnen. Seit der Gruendung der Arbeitsgruppe im August 1989 standen zunaechst vor allem Aufbauarbeiten auf dem Programm. Von Anfang an konnte die Klinik auf die grosszuegige Unterstuetzung der Theo und Friedl Schoeller-Stiftung bauen.

Auf erste Vorlesungen und Forschungsseminare zum Thema Naturheilverfahren, Testlaeufe in der ambulanten Patientenversorgung und das erste Angebot einer naturheilkundlichen poliklinischen Sprechstunde im Jahr 1992 folgten 1993 der Ausbau der Ambulanz, 1994 der Beginn des klinischen Konsiliardienstes und erste an diesem Thema orientierte Studenten-Exkursionen im Sommersemester 1996. Im Juni 1996 erfolgte der Anschluss an das Klinik-Kommunikationssystem (KKS), im September desselben Jahres wurde eine internationale Expertenkonferenz unter dem Motto "Homeopathy - Madness or Medicine" (Homoeopathie - Verruecktheit oder Medizin) abgehalten.

Fuer die nun beginnende und bis zum Jahr 2010 angesetzte zweite Projektphase sind unter anderem Grundlagenforschungen in Homoeopathie, Kooperationen bezueglich Heilverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (wie Akupunktur, pflanzliche Heilmittel und Qi Gong), weitere Expertenkonferenzen zu diesen und aehnlichen Themen, Qualitaetssicherung und die Uebernahme erprobter Verfahren in die ambulante Taetigkeit vorgesehen. In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Aerzten soll ein Forschungs- und Therapie-Netzwerk aufgebaut werden. Die Uebernahme in die Regelfinanzierung der Krankenkassen wird angestrebt. Eine teilweise Kostenuebernahme konnte bei den diesjaehrigen Pflegesatzverhandlungen erstmals gesichert werden. Die Krankenkassen haben sich schon jetzt dazu bereit erklaert, die Weiterfuehrung des Projekts mitzutragen.

Die Arbeitsgruppe an der Medizinischen Klinik I wurde 1990-1996 von der Theo und Friedl Schoeller-Stiftung in grossem Umfang finanziell unterstuetzt. Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung hat Foerdermittel bis 1999 und darueber hinaus zugesagt. Fuer die Auslaufphase der Foerderung und die Zeit danach sollen zusaetzliche Projekttraeger gefunden werden, bis durch weitere Verhandlungen mit den Krankenkassen erreicht werden kann, dass alle Aktivitaeten in die Regelfinanzierung uebernommen werden.

Kontakt: Prof. Dr. Eckhart G. Hahn, Dr. Benno Brinkhaus, Medizinische Klinik I mit Poliklinik, Arbeitsgruppe fuer Naturheilverfahren und Komplementaermedizin, Krankenhausstrasse 12, 91054 Erlangen, Tel.: 09131/85 -6759, Fax: 09131/85 -3443