Geschichte des Judentums

16.04.2002 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Prof. Dr. Dieter Aschoff vom "Institutum Judaicum Delitzschianum" der Universität Münster, der sich als Erforscher des westfälischen Judentums einen Namen gemacht hat, ist am 16. April von der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in den Ruhestand verabschiedet worden.

Bei einem Empfang in den Räumen der "Brücke", dem internationalen Zentrum der Universität Münster, erhielt Prof. Aschoff eine ihm gewidmete 450 Seiten umfassende Festschrift mit dem Titel "Grenzgänge. Menschen und Schicksale zwischen jüdischer, christlicher und deutscher Identität". Die von Prof. Dr. Folker Siegert, Direktor des "Institutum Judaicum Delitzschianum" der Universität Münster, herausgegebene und im münsterschen LIT-Verlag erschienene Festschrift dokumentiert den Stand der regionalen Forschung in Sachen Judentum. Autorinnen und Autoren wie Susanne Freund, Heinz Schreckenberg, Margit Naarmann, Johanna Eichmann, Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann-Overmeyer, Gisela Schwarze, Franz-Josef Jacobi, Hans Gummersbach und Michael Reiner haben daran mitgearbeitet. Der Band enthält neun Bildtafeln und am Ende eine vollständige Bibliographie der Arbeiten von Diethard Aschoff.

Aschoff, geboren am 7. März 1937 in Frankfurt/Main, hat nach dem Studium der Fächer Latein, Geschichte und Evangelische Theologie in München und Heidelberg und der Promotion 1971 in Heidelberg viele Jahre im Schuldienst gearbeitet, zuletzt am Gymnasium Hammonense in Hamm. Nachdem er schon 1978 einen Lehrauftrag für Geschichte des Judentums an der Universität Münster übernommen hatte, wurde er 1990 zum Honorarprofessor ernannt. Seit 1993 ist er am "Institutum Judaicum Delitzschianum" an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster in Forschung und Lehre tätig. Prof. Aschoff ist seit 1973 außerdem Mitarbeiter der "Germania Judaica" an der Hebräischen Universität in Jerusalem sowie seit 1986 Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt neben der Lateinischen Patristik vor allem die Geschichte der Juden, besonders in Westfalen.