LRK-Vorsitzender Prof. Dr.-Ing. Sigmar Wittig: Für die Universitäten ist der Solidarpakt ein Opfer

14.02.1997 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)

Nr. 16/1997 7. Februar 1997

LRK-Vorsitzender Professor Dr.-Ing. Sigmar Wittig: ,Fuer die Universitaeten ist der Solidarpakt ein Opfer"

Aus Sicht des Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenz (LRK), Professor Dr.-Ing. Sigmar Wittig, ist der Solidarpakt, dessen Grundzuege gestern zwischen dem Wissenschaftsminister einerseits und den Rektoren und Praesidenten der baden-wuerttembergischen Universitaeten andererseits vereinbart wurde, mit tiefen Einschnitten fuer die Hochschulen verbunden.

Der zugrundeliegende Hochschulstrukturfonds diene zwar dazu, die kurzfristige Entlastung der Universitaeten mit laengerfristigen Einsparungen an Personalstellen auszugleichen. Dies wird aber aus Sicht von Wittig zu nachhaltigen Schwierigkeiten und Schaeden in Forschung und Lehre fuehren. Die weitere Reduzierung der Grundausstattung werde zur Folge haben, dass die Universitaeten des Landes an Attraktivitaet fuer international renommierte Forscher und Lehrer verlieren und im Wettbewerb grosse Nachteile haben werden. Erste Anzeichen sind schon festzustellen. Typische Probleme entstehen bei der Einwerbung sogenannter Drittmittel, die von der vorhandenen Grundausstattung in den Instituten abhaengt. Die Reduktion habe einen Multiplikatoreffekt.

Besonders bedauerlich sei der erforderliche Personalabbau von 1500 Personalstellen in den naechsten zehn Jahren. Dies entspreche einer rund 10%igen Reduzierung der Beschaeftigten. Negative Konsequenz werde insbesonders eine Verschlechterung des Betreuungsverhaeltnisses Lehrende zu Studierenden sein, was nicht zuletzt den eingeleiteten Prozess der Studienzeitverkuerzung gefaehrdet.