Kleines aus dem Großen Krieg. Metamorphosen militärischen Mülls

17.04.2002 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

EINLADUNG


Ausstellung zum Projekt ?Trench Art? auf Schloss Hohentübingen

Sehr geehrte Damen und Herren,

vom 26. April bis zum 16. Juni zeigen Studierende der Empirischen Kulturwissenschaft im Schloss Hohentübingen eine Ausstellung zu dem Thema "Kleines aus dem Großen Krieg. Metamorphosen militärischen Mülls". In zwei Semestern haben sie unter der Anleitung von Prof. Dr. Gottfried Korff so genannte Trench-Art-Objekte zusammengetragen und auf ihre mögliche Funktion und Bedeutung hinterfragt. Bei den Exponaten , vom Brieföffner aus Granatsplittern über zu Blumenvasen umfunk-tionierte Geschosshülsen bis hin zu Souvenirs aus Kreide oder bemalten Tierknochen , handelt es sich um Basteleien, die Soldaten im ersten Weltkrieg anfertigten, um der grausamen Realität zeitweise zu entgehen. Oft wurden sie auch verkauft oder als Lebenszeichen an die Angehörigen verschickt und verloren so auch nach dem Krieg ihre erinnernde Funktion nicht. Im Gegensatz zu Großbritannien und Frankreich ist Trench Art in Deutschland noch kaum erforscht, weswegen sich die Ausstellung als Versuch versteht, dieses Forschungsfeld mit Hilfe eines sachkulturellen und mentalitätsgeschichtli-chen Ansatzes für den deutschsprachigen Raum erstmals zu erschließen. Dieser Aspekt rückt das Pro-jekt in die Nähe des Sonderforschungsbereichs "Kriegserfahrungen, Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit" an der Universität Tübingen.

Hiermit lade ich Sie sehr herzlich zu einer Vorbesichtigung der Ausstellung und Pressekonferenz ein, die am

Donnerstag, 25.April, 10 Uhr im Haspelturm (Ludwig-Uhland-Institut)
auf Schloss Hohentübingen

stattfinden wird.

Mit freundlichen Grüßen

(Michael Seifert)