Reformbedarf im Versicherungsrecht

17.11.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der Reformbedarf im Versicherungsrecht steht im Mittelpunkt des 16. Münsterischen Versicherungstages, den die Münsterische Forschungsstelle für Versicherungswesen an der Westfälischen Wilhelms-Universität am Samstag, 21. November 1998, in der Aula des Schlosses veranstaltet. Auch in diesem Jahr erwartet Professor Dr. Helmut Kollhosser, der geschäftsführende Direktor der Forschungsstelle, mit über 400 Anmeldungen eine hohe Beteiligung.

Auf dem Programm des Versicherungstages, der um 9.15 Uhr beginnt und um 13 Uhr endet, stehen zwei Hauptvorträge, an denen sich jeweils eine Diskussion anschließt. Dr. Helmut Müller, Präsident des Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen in Berlin, referiert zunächst über den Reformbedarf im Versicherungsrecht aus der Sicht der Versicherungsaufsicht. Im Bereich der Versicherungsaufsicht haben die vielen Änderungen der letzten Jahrzehnte dazu beigetragen, daß das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) unübersichtlich und zum Teil nur noch sehr schwer verständlich ist. Es bedarf deshalb einer gründlichen Überarbeitung. Darüber hinaus muß sich die Organisation der Versicherungsaufsicht nach der Verwirklichung des Versicherungsbinnenmarktes den neuen Herausforderungen anpassen. Einer europäischen Zentralbehörde oder einer nationalen Megabehörde für Finanzdienstleistungen bedarf es indessen nach Ansicht des Bundesaufsichtsamtspräsidenten nicht.

Als zweiter Referent wird Dr. Bernd Michaels, Präsident des Gesmtverbandes der Deutschen Versicherungwirtschaft in Berlin, aufzeigen, welcher Reformbedarf im Versicherungsrecht aus der Sicht der Versicherungswirtschaft besteht. Unter anderem wird er zu Themen wie der Altersrückstellung in der Krankenversicherung, der Zukunft des Aufsichtssystems, der Verbesserung der Kundeninformation, der Notwendigkeit eines Konkurssicherungsfonds, der Rechtsnatur des Versicherungsvertrages sowie dem Problem der Scheinselbständigkeit Stellung nehmen.

Die Teilnahme an dieser öffentlichen Fachtagung steht allen Interessierten offen. Eine besondere Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich.