Forscherehepaar aus Brasilien arbeitet in Bayreuth an gentechnischen Verfahren

06.08.2002 - (idw) Universität Bayreuth

Professor Luis Carlos Ferreira und seine Ehefrau Professorin Rita Ferreira von der Universidade de S"o Paulo sind für zwei Monate Gast in der Arbeitsgruppe des Bayreuther Genetikers Professor Dr. Wolfgang Schumann und arbeiten an neuen praxisorientierten Verfahren.

Für zwei Monate am Lehrstuhl Genetik
Brasilianisches Wissenschaftlerehepaar arbeitet in Bayreuth an praxisorientierten gentechnischen Verfahren
Suche nach neuem Impfstoff und Methode zum Ausschalten eines schädlichen Pflanzen-Bakteriums

Bayreuth (UBT). Professor Luis Carlos Ferreira und Professorin Rita Ferreira von der Universidade de S"o Paulo sind für zwei Monate Gast in der Arbeitsgruppe des Bayreuther Genetikers Professor Dr. Wolfgang Schumann und arbeiten an neuen praxisorientierten Verfahren.
Prof.
Luis Carlos Ferreira arbeitet an seiner Heimatuniversität an der Entwicklung von gentechnischen Verfahren zur Entwicklung von Impfstoffen. In Bayreuth wird er eine relativ neue Methode erproben, um Antigene (das sind Proteine, die die Produktion von Antikörper anregen) auf der Oberfläche des Heubacillus (Bacillus subtilis) zu verankern. Zurück in S"o Paulo wird er diese gentechnisch veränderten Bakterien Mäusen unter das Futter mischen und dann prüfen, ob sie Antikörper gegen die Antigene gebildet haben. Langfristiges Ziel dieses Forschungsprojekts ist die Herstellung von oralen Impfstoffen für Menschen basierend auf harmlosen Bakterien wie z.B. dem Heubacillus.

Das Forschungsprojekt von Prof. Rita Ferreira beschäftigt sich mit einem pflanzenpathogenen Bakterium mit dem Namen Xanthomonas citri, welches u.a. Orangenbäume infiziert und diese zum Absterben bringen kann. Nebenbei bemerkt ist der Bundesstaat S"o Paulo der weltweit größte Produzent von Orangensaft. Frau Ferreira hat im Rahmen eines Konsortiums das Genom dieses Bakteriums entziffert mit dem Ziel, die Gene zu identifizieren, die für das Absterben der Orangenbäume verantwortlich sind.

Ein Weg zu ihrer Identifizierung besteht darin, verdächtige Gene auszuschalten und diese mutierten Bakterien dann zu testen, ob sie noch Krankheiten in Orangenbäumen auslösen können. Allerdings ist es bislang keiner Forschergruppe gelungen, Gene bei diesem Bakterium auszuschalten. Daher wird Frau Ferreira in Bayreuth versuchen, eine sehr effiziente Methode, die für die Inaktivierung von Genen bei dem Darmbakterium Escherichia coli beschrieben worden war, auf Xanthomonas citri zu übertragen. Gelingt dies, dann ist eine wichtige experimentelle Hürde überwunden.

Beide Wissenschaftler werden noch bis Mitte September in Bayreuth forschen. Finanziert wird der Forschungsaufenthalt von der FAPESP auf brasilianischer und vom DAAD auf deutscher Seite.

Weitere Informationen bei:
Professor Dr. Wolfgang Schumann
Tel. 0921-55-2708
e-mail: wolfgang.schumann@uni-bayreuth.de